Schuldspruch im Zugunglück-Prozess zu Wampersdorf
- Güterzug prallte gegen "Rollende Landstraße" - Sechs Tote
- Verschubmeister erhielt 2 Jahre bedingt
·Februar 2002
Bilder: Sechs Tote in Wampersdorf
Ende Oktober: Im Prozess um das Zugunglück bei Wampersdorf (Bezirk Baden) wurde in Wiener Neustadt ein Schuldspruch gefällt: ÖBB-Verschubmeister Josef T. (51) wurde zu zwei Jahren bedingter Freiheitsstrafe verurteilt. Richter Wolfgang Reichert sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte die Bremskontrolle beim Güterzug nicht vorschriftsmäßig durchgeführt hatte.
T. nahm das Urteil an, Staatsanwalt Sepp-Dieter Fasching meldete Berufung an.
Sechs Menschen bezahlten mit dem Leben
Ein nicht entdeckter Bremsdefekt hat laut Gutachten zum Zugunglück bei Wampersdorf (Bezirk Baden) geführt, bei dem am 26. Februar dieses Jahres sechs Menschen starben und 16 zum Teil schwer verletzt wurden. Der für die Kontrolle des Güterzuges verantwortliche ÖBB-Verschubmeister aus dem Bezirk Eisenstadt (Burgenland) musste sich wegen fahrlässiger Gemeingefährdung verantworten.
Da der für einen Tag anberaumte Prozess auf großes Publikumsinteresse stieß, hatte Einzelrichter Wolfgang Reichert die Verhandlung aus Platzgründen in den Schwurgerichtssaal verlegt. Neben einem Sachverständigen waren 13 Zeugen geladen.
Auf der eingleisigen Pottendorfer Linie waren am Nachmittag des 26. Februar ein Güterzug und eine "Rollende Landstraße" kollidiert. Auf dem Huckepackzug befanden sich 21 Lkw - aus Ungarn, Jugoslawien und der Türkei. Der Waggon mit den Lenkern wurde völlig zertrümmert, insgesamt 250 Helfer standen stundenlang im Rettungseinsatz.
Den Ermittlungen zufolge sollte der Güterzug aus Ungarn am Bahnhof Ebenfurth auf seine Bremsfunktion kontrolliert werden, wobei ein geschlossenes Ventil übersehen wurde. Dadurch waren 26 Waggons ungebremst, weshalb der Zug im Bahnhof Wampersdorf nicht zum Stillstand kam und in der Folge mit etwa 30 km/h mit der "Rollenden Landstraße" zusammenstieß.
Familiendrama in St. Pölten16:26
Bluttat: Tochter Zeuge?Vater schoss auf Sohn und richtete sich selbst. Waffenbesitz des 37-Jährigen illegal
Mordalarm in Wien12:03
Zu Tode geprügeltMann sagte nach Schlägerei bei der Polizei aus - nun folgte die Rache
