Montag, 28. Oktober 2002

Vowurf an Schausberger: Er prügle seine Frau

  • Nach Hetzkampagne: Schausberger erstattet nun Strafanzeige
  • Schausberger: "Behauptungen von A bis Z erlogen"

Salzburgs Landeshauptmann Schausberger ist verzweifelt. "Meine Familie und ich, wir sehen uns seit einiger Zeit mit einer verleumderischen Gerüchtekampagne konfrontiert, wie es sie in Salzburg noch nie gegeben hat." Mit diesen Worten ging er heute gemeinsam mit seiner Frau Heidi an die Öffentlichkeit. Grund: Am Wochenende tauchten Plakate auf, die den Vorwurf erhoben, Schausberger misshandle seine Frau.

Diese Behauptungen seien "von A bis Z erlogen", sagte Schausberger. Er habe Strafanzeige wegen Verleumdung erstattet, erklärte Schausberger am Montag bei einem Pressegespräch.

"Landeshauptmann Franz Schausberger misshandelt seine Frau! Leider eine Tat-Sache! Polizei und Ärzte (müssen) schweigen! Die ÖVP schaut zu!", heißt es auf den Plakaten, die in der Nacht auf Freitag erstmals in der Stadt Salzburg aufgetaucht sind. Gezeichnet sind die Flugblätter von einer "Interessensgemeinschaft Frauen gegen schlagende Männer". Auch in Briefen an mehrere Medien wird der gleiche Vorwurf erhoben.

Er kenne das Gerücht seit dem Frühjahr, sagte Schausberger, der betonte, dass er die Pressekonferenz gemeinsam mit seiner Frau und seinem Anwalt Wilfried Haslauer als "Privatperson" gebe. Nach dem Auftauchen der Plakate und Briefe sei man erstmals in der Lage, gegen die Verleumdungen vorzugehen. Sein Rechtsanwalt habe gegen unbekannte Täter Strafanzeige eingebracht.

Auch Kanzler Schüssel wurde informiert
Er fordere die "anonymen und feigen Verleumder auf, endlich aus dem Hinterhalt zu kommen und die angeblichen Fakten auf den Tisch zu legen", forderte Schausberger. Er hoffe, dass die Ermittlungen zu den Tätern führen werden. Man müsse alles tun, um die "Hintermänner dieser Rufmordkampagne ausfindig zu machen". Ab sofort werde man auch gegen alle vorgehen, die im "privaten Plauderton" Gerüchte über die Eheleute Schausberger verbreiten, kündigte der Anwalt der Familie, Wilfried Haslauer, an. Auch das Weitererzählen von Gerüchten sei strafbar, sagte Haslauer.

Als Familienvater sei er verpflichtet, seine Frau und seine Kinder zu schützen. Es gehe aber auch um das Land, die Politik und die Demokratie. "Solche Machenschaften dürfen keinen Erfolg haben." Möglicherweise verstoße er gegen politisches Kalkül, politische Strategie und politische Taktik. Aber es gebe Situationen und Zeitpunkte, wo der Privatmensch gegen den Politiker entscheiden müsse, begründete Schausberger, warum er mit der Angelegenheit nun an die Öffentlichkeit gehe. Er habe Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) am Sonntag informiert, dass er diesen Schritt tun werde. Der Bundeskanzler kenne die Angelegenheit seit langem und sei immer von ihm informiert worden. "Er hat mich ermuntert, diesen Schritt zu tun", sagte Schausberger.

"Nachhaltige Strategie hinter den Gerüchten"
Auf die Frage, ob er einen politischen Hintergrund sehe, meinte Schausberger: Auf den Flugblättern werde die ÖVP erwähnt. In dem Brief werde darauf hingewiesen, dass Beweismittel noch vor der Wahl an die Öffentlichkeit gebracht werden. "Nicht ich stelle den politischen Zusammenhang her." Für Schausberger steht außer Zweifel, dass hinter den Gerüchten eine nachhaltige Strategie steht. In einem anonymen Brief wird Schausberger zum sofortigen Rücktritt aufgefordert. Andernfalls werde noch vor den Nationalratswahlen Beweismaterial an die Öffentlichkeit gebracht, heißt es in dem Schreiben.

28.10.2002 12:43