Montag, 28. Oktober 2002

Lebenslange Haft! Nebenbuhler verbrannt & verscharrt

  • Prozess gegen Ex-Chauffeur des Landwirtschaftsministeriums
  • "Wollte ganz einfach die Frau nicht verlieren"

Prozess gegen einen Ex-Chauffeur des Landwirtschaftsministeriums. Anklage: Mord aus Eifersucht! Das Urteil: Lebenslange Haft, nicht rechtskräftig. Der - eigentlich verheiratete - Angeklagte soll seinen Nebenbuhler um die Geliebte erschlagen, verbrannt und dann verscharrt haben.

"Ich wollte ganz einfach die Frau nicht verlieren", erklärte heute, Montag, Wilfried W. (42) einem Wiener Schwurgericht. Die 38-jährige Irene K. hatte sich jedoch einem anderen Mann zugewandt. "Ich habe die Beziehung nicht mehr ausgehalten", erläuterte sie im Zeugenstand. W., der im Landwirtschaftsministerium als Chauffeur beschäftigt war, passte darauf seinen Nebenbuhler ab, erschlug ihn mit einem Schlosserhammer und zündete die Leiche in einer aufgelassenen Lehmgrube an.

Schnelle Verhandlung
Das Gericht benötigte nur eine knapp einstündige Beratung, um ihn dafür wegen Mordes zu lebenslanger Haft zu verurteilen. Das Geständnis und die bisherige Unbescholtenheit wurden zwar als mildernd berücksichtigt, die "außerordentliche Brutalität bei der Tatbegehung" und "die außerordentlich hohe kriminelle Energie" - der 42-Jährige hatte das Verbrechen detailliert geplant - hätten aber für die Höchststrafe gesprochen, hieß es in der Urteilsbegründung.

W. meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an, das Urteil ist daher nicht rechtskräftig.

Ménage a trois
1983 hatte der gelernte Elektriker geheiratet. Zwei Kinder kamen zur Welt, ehe der Mann an seinem damaligen Arbeitsplatz Irene K. kennen lernte. Die beiden gingen 1991 eine intime Beziehung ein, von der die Ehefrau erst acht Jahre später erfuhr. Er verbrachte mit seiner Geliebten zwar gemeinsame Urlaube, doch diese drängte darauf, er solle sich ganz für sie entscheiden und seine Familie aufgeben.

Ménage a quatre
Ausgerechnet als Wiesinger seine Frau um die Scheidung gebeten hatte, kam seine Freundin dem 36-jährigen Christian P. näher. Dieser war der Trainer jener Fußballmannschaft, in dem ihr Sohn nach dem runden Leder trat. "Der war jünger wie Sie, ledig, ein gefährlicher Gegner also", erkannte Richter Hans-Peter Januschke.

Irene K. machte kein Hehl aus den Sympathien für ihren neuen Bekannten. Er habe zunächst "gar nicht bösartig oder sonst wie reagiert", erinnerte sich W. Dann sei ihm aber bewusst geworden, "dass ich für sie meine Familie verlassen habe, um frei zu sein. Wir haben einiges gemeinsam geschaffen. Das wollte ich nicht verlieren".

Genaue Vorbereitung
Nach einer Weihnachtsfeier parkte er daher in der Nacht auf den 15. Dezember 2001 seinen Dienstwagen in der Nähe der Wohnung seiner Freundin in Wien-Flordisdorf, wo sich diese mit Christian P. angeblich noch "auf einen Kaffee" getroffen hatte. Dann wartete er im Dunkeln ab. Einen Schlosserhammer, eine Plastikfolie, einen Kanister mit fünf Liter Benzin hatte der Beamte bereit gelegt.

Am Tag nach der Tat kaufte W. seiner Freundin einen Christbaum. Am übernächsten holte er die sterblichen Überreste der verkohlten Leiche von einem Grundstück in Obersulz ab, weil er fürchtete, sie könnten von einem Bekannten, dem das Grundstück gehörte, gefunden werden. Bei der Ortsumfahrung Wolkersdorf warf er sie dann aus seinem Wagen über eine Böschung, wo sie ein Autofahrer wenig später zufällig entdeckte.

28.10.2002 08:58