Sparen überall - so kalkulieren die neuen Billigflieger
- Bei den "Billigheimern" geht es nur übers Internet
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Für 19,99 Euro inklusive Gebühren und Steuern mit dem Flugzeug nach Neapel oder Pisa, London oder Paris..... So mancher Fluggast fragt sich: "Wie kann sich das für die Unternehmen rechnen, wenn das Ticket für die Flugreise ins Ausland billiger ist als die Fahrt mit dem Taxi zum Flugplatz." Es kann doch nicht nur an den paar Getränken liegen, die es bei den so genannten No-Frills-Carriern (Ohne Schnick-Schnack) an Bord nicht gibt? Stimmt. Die Gesellschaften sparen an allen Ecken und Enden.
Die Kalkulation der neuen Billigflieger extrem spitz. "Nehmen Sie mir nicht noch die letzten neun Cent", meint Hapag-Lloyd-Chef Wolfgang Kurth, als ein Journalist fälschlicherweise von Flugpreisen von 19,90 Euro an sprach. Im Spannungsfeld zwischen Konkurrenzkampf auf dem rasant wachsenden Billigflug-Markt und dem Druck, Gewinn zu machen, zählt jeder Cent.
Das Sparen beginnt bei der Buchung. Die klassische Flugreise wird im Reisebüro gebucht. Aber das will schließlich auch leben und bekommt von der Fluglinie für seine Arbeit eine entsprechende Provision. Bei den Billigheimern geht es nur übers Internet. Schon das Callcenter kostet mehr. Eine Ausnahme wird Hapag-Lloyd Express sein. Dessen Preiswert-Flüge sind auch im Reisebüro buchbar, die Provision von 7,50 Euro zahlt aber der Fluggast.
Die Maschinen steuern nicht die bequemen Gangways direkt am Flughafengebäude an, sondern bleiben auf den billigeren Plätzen draußen am Rollfeld. Die Passagiere müssen dann zwar mit dem Bus ans Gebäude gefahren werden, können aber beide Ausstiege an den Maschinen nutzen. Auch hier werden teure Minuten gespart. Hintergrund sind die Umläufe, die die Fluggesellschaften durch die Schnelligkeit gewinnen. Je öfter die Maschinen in der Luft sind, desto mehr Geld können sie verdienen. Jede Minute am Boden kostet Geld.
Hinzu kommt, dass nur ein kleiner Teil der Sitze je Flug für die mächtig beworbenen Niedrigpreise verkauft werden. Den Preisgruppen sind in jeder Maschine bestimmte Kontingente reserviert. "Mischkalkulation" heißt das Zauberwort. Denn durchschnittlich wollen die Unternehmen je Ticket um die 80 Euro einnehmen. Wie viel genau, soll Geschäftsgeheimnis bleiben.
An Bord gibt es die Getränke nur noch gegen Bezahlung. "Das führt dazu, dass die Leute weniger trinken. Also müssen sie nicht so oft zur Toilette", sagt ein Kalkulierer. Das wiederum ermöglicht, dass die Maschinen nicht nach jeder Landung ihr Abwasser abpumpen müssen. Auch müssen sie nicht jedes Mal neues Trinkwasser an Bord pumpen. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch einen Teil der Gebühren, die der Flughafen pro Passagier kassiert.
Und dann ist da noch das Essen an Bord. In der Rechnung der Unternehmen ist das ein dicker Brocken, weil die Zubereitung am Boden je nach Gericht sehr kostspielig sein kann. Warmes Essen geht am einfachsten und ist am billigsten, weil es industriell gefertigt werden kann.
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