Griss um Grasser

Bleibt er Minister? Sowohl Kanzler Schüssel als auch FP-Chef Reichhold buhlen um Grasser. Wird er „unabhängiger“ Finanzminister?
Es war das heißeste Gerücht, das im Schneegestöber Alpbachs beim VP-Programmkongress die Runde machte: Wolfgang Schüssel soll einen Personalcoup planen. Trotz einiger Promi-Absagen, etwa von Vera Russwurm oder Zoodirektor Helmut Pechlaner, wolle der Kanzler im letzten Augenblick vor der Wahl, etwa bei der „Elefantenrunde“ am 21. November, noch einen „neuen“ Finanzminister aus dem Hut zaubern – den alten, Karl-Heinz Grasser. Auch ohne Zustimmung seiner „alten“ Partei, der FPÖ.
Grasser als Schüssels Minister?
Ein Dementi-Versuch des Kanzlers vergangenen Freitag geriet zum Lobgesang auf den laut Umfragen noch immer beliebtesten Politiker Österreichs. Und gab den VP-internen Gerüchten nur zusätzliche Nahrung.
In der FPÖ ist die Irritation dementsprechend groß: Befürchtet man doch, dass Schüssel Grasser als „parteifreien“ Finanzminister präsentieren will. Dem beugt FP-Chef Mathias Reichhold im NEWS-Gespräch freilich vor: „Karl-Heinz Grasser war und ist ein Freiheitlicher. Wenn, dann wird er natürlich FPÖ-Minister.“
Grasser: Weiches Dementi.
Der Betroffene selbst schwieg tagelang eisern zu den Gerüchten. In einem NEWS-Gespräch nimmt Grasser erstmals offiziell zu einem möglichen Angebot Schüssels und der ÖVP Stellung: „Ich werde sicher auf keiner Liste kandidieren. Weder für die FPÖ noch für die ÖVP.“
Autoren: Isabelle Daniel, Josef Galley
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