Dienstag, 22. Oktober 2002

Strafstoß vor Gericht - Matthäus vs. Rapid

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Prozess um Gehalt und Abfindung. Österreichs Rekordmeister in arger Bedrängnis: Der Rauswurf von Matthäus könnte den Klub jetzt fast eine Million Euro kosten.

Lothar Matthäus, 41, ist zurück in Wien. Und sorgt umgehend für Gesprächsstoff. Im Streit mit Österreichs Rekordmeister Rapid kämpft der deutsche

Exweltklassekicker und ehemalige Sportchef der Hütteldorfer mit allen Mitteln um sein Recht. Und dabei geht es ans Eingemachte, denn der zuständige Richter des Arbeitsgerichts in Wien hat für den zweiten Verhandlungstag an diesem Donnerstag vorausahnend gleich achteinhalb Stunden anberaumt.

Verhärtete Fronten
Ein gütliches „Unentschieden“ scheint ausgeschlossen. Matthäus-Manager Georg Stanggassinger: „Ich hab immer gehofft, dass ein Anruf von Rapid kommt und dass sich die Klubverantwortlichen einsichtig zeigen.“ Und weiter: „Wir legen jetzt alles auf den Tisch, und die verantwortlichen Leute bei Rapid müssen zur Rechenschaft gezogen werden.“ Der schnelle Konter kommt im Gegenzug von Rapid-Präsident Rudolf Edlinger: „Von unserer Seite wird es sicher kein Angebot geben. Wir haben den Prozess ja nicht so grauslich begonnen. Was Herr Matthäus fordert, ist ungeheuerlich.“

Die Fakten:

  • Der Auslöser für den Prozess war ein Interview in NEWS. Matthäus hatte kurz nach seiner Entlassung im Mai zum Rundumschlag gegen Edlinger, Kapitän Andreas Herzog und andere Klubverantwortliche ausgeholt. So sprach er damals wörtlich von einer „Schlangengrube Rapid“. Schärfste rhetorische Bombe: „Herr Edlinger ist Politiker, und man weiß ja, dass Politiker nicht immer die Wahrheit sagen.“
    Es folgte die rote Karte von Rapid, die Absetzung des Trainers wurde in eine fristlose Entlassung umgewandelt. Begründung: „vereinsschädigende Äußerungen“.

  • Wogegen sich Matthäus jetzt beim Arbeitsgericht mit einer so genannten „Wiedereinstellungsklage“ wehrt. Ein juristischer Formalakt, um der „Fristlosen“ entgegenzuwirken. Beim Interview in München mit NEWS hielt Matthäus fest, dass er eigentlich bis heute nicht wisse, warum er gekündigt wurde.

    Autor: Walter Unterweger

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    22.10.2002 13:59