Gewerkschaft macht gegen die Großbäcker mobil
- Anker will Weihnachtsgeld kürzen - GPA dagegen
- Auch Mann, Ströck & Co im Visier der Gewerkschaft
Die Gewerkschaft macht gegen die Großbäcker mobil. Das berichtet das Nachrichtenmagazin NEWS in seiner aktuellen Ausgabe. Die Sektion Nahrungs- und Genussmittelindustrie der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) stellt sich strikt gegen die von den Ankerbrot-Mitarbeitern eingeforderten "Sanierungsbeiträge". Nach Wunsch der Ankerbrot-Geschäftsführung sollen die Beschäftigten auf Urlaubsansprüche oder knapp ein Viertel des Weihnachtsgeldes verzichten.
Gewerkschafter Walter Landstetter gegenüber NEWS: "Außer schlechter Nachrede bringt das Ankerbrot nichts. Ich sehe für einen Lohnverzicht keinen Spielraum." Denn ein Großteil der Ankerbrot-Mitarbeiter würde lediglich laut Kollektivvertrag bezahlt werden. Landstetter: "Ein Arbeitnehmer kann lediglich auf eine allfällige Überzahlung, nicht aber auf im Kollektivvertrag festgelegte Sonderzahlungen oder Urlaubsansprüche verzichten. Das ist sicher kein taugliches Mittel, um Ankerbrot am Leben zu erhalten."
Auch Mann, Ströck & Co im Visier
Gleichzeitig schießt sich die Gewerkschaft auch auf die im Gegensatz zu Ankerbrot als Gewerbebetriebe geltenden Mitbewerber Mann, Ströck und Felber ein. "Das sind längst keine Gewerbebetriebe mehr, sondern ausgewachsene Industrieunternehmen", meint Landstetter gegenüber NEWS, "daher verlangen wir, dass die Angestellten von Mann, Ströck und Felber nicht nach dem niedrigen Gewerbe-KV, sonderm dem höheren Industrie-KV bezahlt werden."
Schon in den nächsten Tagen will die Gewerkschaft gegen Mann, Ströck und Felber mobil machen: - In einem ersten Schritt soll via Feststellungsverfahren bei der Wirtschaftskammer Österreich deren Status als Gewerbebetrieb gekippt werden. - Sollte das nicht klappen, wird im Wirtschaftsministerium Berufung eingelegt. - Hält auch das Wirtschaftsministerium an der Klassifizierung von Mann, Ströck und Felber als Gewerbebetriebe fest, will die Gewerkschaft eine Klage wegen unlauteren Wettbewerbs einbringen. Zusätzlich soll in einem Musterprozess das Arbeitsgericht eine Klärung herbeiführen.
Für die drei Großbäcker wäre die Umklassifizierung eine mittlere Katastrophe. Sollte die Gewerkschaft ihr Ziel erreichen, wären Preiserhöhungen wohl unvermeidlich.
Mehr dazu im aktuellen NEWS.
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