Billig-Airline germanwings startet & will Vorherrschaft
- Flughafen für Billigflieger bei Duisburg geplant
- "Focus": Sicherheitsmängeln bei neuen Billigfliegern
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Die Fluglinie germanwings ist gestartet und will sich gegen die Konkurrenz auf dem boomenden Billigflugmarkt mit Kampfpreisen die Vorherrschaft sichern. "Wir haben ein Versprechen gegeben und haben gesagt, wir werden Preisführer. Und nun müssen wir uns etwas einfallen lassen", sagte Friedrich-Wilhelm Weitholz, Vorstandschef der Eurowings-Luftverkehrs AG, zu der germanwings gehört, am Sonntag zum Betriebsstart am Flughafen Köln/Bonn.
Der weltgrößte Touristik-Konzern TUI hatte angekündigt, mit der Billigfluglinie Hapag-Lloyd Express für 19,99 Euro von Köln/Bonn aus zu starten. Tickets von germanwings in deutsche und europäische Metropolen - unter anderem auch nach Wien - gibt es für einen einfach Flug ab 29 Euro.
Im verschärften Preiskampf auf innerdeutschen Strecken will auch die Deutsche BA eine neue Runde einläuten. Im Februar kommenden Jahres sollen im Internet 25.000 Tickets für Preise ab fünf Euro pro Strecke für Flüge von Berlin nach Düsseldorf, Köln/Bonn, München und Stuttgart angeboten werden, wie die Airline mitteilte. Insgesamt biete die Deutsche BA im monatlichen Wechsel 100.000 Billig-Flugscheine aus diesen Städten an. "Es gibt nur einen Original- Preisbrecher im innerdeutschen Luftverkehr, und das sind wir - jetzt starten die ersten Nachahmer", kommentierte die Deutsche BA den germanwings-Start.
In den kommenden Tagen will germanwings so genannte Specials mit Niedrigpreisen anbieten. "Wir werden unser Preissystem in den kommenden Monaten überdenken, uns etwas einfallen lassen und darauf reagieren", sagte Weitholz. Bisher seien rund 170.000 Tickets der Eurowings-Billigfluglinie über Internet oder im Call-Center geordert worden. Mindestens 20 Prozent der Sitze in den Maschinen sollen zum günstigsten Flugpreis von 29 Euro für die einfach Strecken angeboten werden. Hapag-Lloyd Express bietet den Kunden neben dem Internet und einem Call-Center auch die Möglichkeit, in einem Reisebüro zu buchen.
Den Betrieb startete germanwings am Sonntag mit dem ersten Flug um 6.30 Uhr von Köln/Bonn nach Zürich. Weitere Ziele sind Barcelona, Berlin, London-Stansted, Madrid, Mailand-Malpensa, Nizza, Paris, Rom, Wien und Zürich. Im Dezember 2002 will die Tochter der Lufthansa-Beteiligung Eurowings auch eine Verbindung aus dem Rheinland nach Istanbul aufnehmen.
"Wir beteiligen uns nicht an dem Etikettenschwindel und fliegen unsere Passagiere von Köln/Bonn aus zu abseits gelegenen Provinz-Flughäfen, wenn wir ihnen zuvor Flüge zu den europäischen Metropolen versprochen haben", sagte Joachim Klein, germanwings-Geschäftsführer. Hahn sei nicht Frankfurt, Pisa nicht Florenz und Bergamo nicht Mailand. Der Mitkonkurrent Hapag-Lloyd Express hatte angekündigt, Anfang Dezember von Köln/Bonn aus Pisa und Bergamo anfliegen zu wollen. Der Wettbewerber Ryanair fliegt vom Hunsrückflughafen Hahn aus. Der Airport Köln/Bonn soll nach dem Willen der Geschäftsführung zu einer europäischen Drehscheibe im Billigfluggeschäft werden.
Piloten warnten unterdessen vor Sicherheitsmängeln bei den neuen Billigfliegern, berichtete das Nachrichtenmagazin "Focus". Das deutsche Luftfahrtbundesamt habe dagegen keine Bedenken. "Billig heißt nicht gleich unsicher", wird der Präsident des Amtes, Ulrich Schwierczinski, zitiert. Auch die Billigflieger hätten die in Deutschland sehr hohen Sicherheitsstandards zu erfüllen. Von Pilotenseite werde gewarnt, dass die Arbeitszeiten bis ans Limit gingen und über denen der Lufthansa lägen.
Laut "Focus" soll sich der ehemalige Militärstützpunkt Niederrhein in der Nähe von Duisburg zum nächsten deutschen Drehkreuz für Billigflieger entwickeln. "Wir verhandeln mit einigen Billig- Fluggesellschaften, darunter Ryanair", sagte Reinhard Gilleßen von der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve dem Nachrichtenmagazin.
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