LTU: Chancen im Chartergeschäft durch Billigflieger
- LTU-Chef: Rasche Marktbereinigung bei Billig-Fluglinien
Deutschlands drittgrößter Ferienflieger LTU will von dem Aufschwung der Billig-Fluglinien profitieren. "Im ersten Schritt entstehen die neuen Billig-Airlines durch das Umschichten von Flugzeugen", sagte der Geschäftsführer des Lufttransport-Unternehmens LTU, Sten Daugaard. Flugzeuge, die zumindest zeitweise im Chartergeschäft für Reiseveranstalter zu Urlaubszielen im Einsatz waren, würden nun für die neuen Billiglinien abgezogen.
"Da wird sicherlich über den Winter hinweg weniger Flugkapazität im Markt sein. Das wird zu einer steigenden Nachfrage bei den noch verbleibenden Chartermaschinen führen", erläuterte der Airline-Chef. So habe die LTU für den Frühjahr- und Sommerflugplan des kommenden Jahres eine deutlich höhere Nachfrage seitens der Reiseveranstalter registriert als im Geschäftsplan der LTU-Airline veranschlagt wurde. "Unsere Produktion wird also höher sein, als wir geplant haben."
Abwehr-Konzept wird entworfen
Falls Billig-Fluglinien auch auf den traditionellen Strecken der LTU angreifen sollten, sei das Düsseldorfer Unternehmen gerüstet. Eine Arbeitsgruppe erstelle ein Abwehr-Konzept, das rasch umsetzbar sei. "Das geht von heute auf morgen. Im Moment besteht dazu jedoch keine Notwendigkeit." Nach den Ankündigungen der Billigflieger gebe es für LTU bisher nur auf der Strecke nach Rom neue Konkurrenz. Im Preis könne die LTU dank sparsamer, neuer Maschinen sowie schlanker Strukturen mithalten.
Rasche Marktbereinigung
Bei den Billigfliegern werde es relativ rasch eine Marktbereinigung geben. "Die Frage ist, wie lange die Gesellschafter akzeptieren, dass mit Kampfpreisen Geld verbrannt wird", sagte der LTU-Chef. Außerdem werde die TUI mit dem HL-Express nicht ihren Ferienflieger Hapag-Lloyd gefährden. Das gelte auch für Lufthansa mit dem Partner Germanwings im Verhältnis zu ihrer Tochter Condor. Dementsprechend würde dann auch nicht die LTU als der drittgrößte Ferienflieger in Deutschland angegriffen.
Keine Bedrohung für LTU
"Ich sehe das nicht als Bedrohung des Unternehmens LTU", betonte Daugaard. Die Werbung der Billigflieger mit Niedrigpreisen sieht er dagegen als eine Herausforderung an. "Ich glaube, der Verbraucher wird am Ende des Tages honorieren, dass wir auf Transparenz bei den Preisen setzen", sagte der LTU-Geschäftsführer. Die Düsseldorfer Fluglinie bleibe bei ihrer Strategie, Flugangebote inklusive aller Kosten wie Flughafengebühren und Steuern in den Markt zu stellen.
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