AK-Test zeigt: Große Unterschiede bei Sparbuchzinsen
- Test bei in 8 Banken in Wien ergab massive Zinsunterschiede
- Arbeiterkammer rät: Wink mit der Konkurrenz zieht immer
Beachtliche Zinsunterschiede bei gleicher Sparbuchlaufzeit hat die Arbeiterkammer (AK) bei einem aktuellen Sparbuchzinsentest in Wien geortet. Bei Sparbüchern mit sechsmonatiger Bindungsfrist betragen die Zinsen zwischen 0,25 Prozent und 2 Prozent. Bei Kapitalsparbüchern mit einer Laufzeit von 12 Monaten gehen die Zinsen von 1,75 bis 2,25 Prozent.
Auf gebundenen Sparbüchern mit bis zu einjähriger Kündigungsfrist haben die Österreicher (nach Notenbankdaten per Ende November 2003) rund 60 Mrd. Euro liegen. Einige Banken bieten seit Jahresbeginn wieder etwas höhere Zinsen an.
Die AK-Tester fragten konkret nach den Konditionen für einen Einmalerlag von 7.000 Euro für eine Laufzeit von 6 bis 12 Monaten. Das Motiv: das Geld sollte für Konsumzwecke (etwa Wohnungseinrichtung) zurückgelegt werden, man brauche es in einem halben Jahr oder in einem Jahr.
Den Konsumenten rät die AK, sich nicht mit den ausgeschriebenen "Standard-Konditionen" zufrieden zu geben. Bei der eigenen Hausbank "zieht" da ein Hinweis auf die bisherigen langjährigen Geschäftsverbindungen, also "die Loyalität zur Bank anzusprechen": etwa mit Verweis auf sonstige Kontoverbindungen (das Girokonto, der Hypothekarkredit oder gar ein Depot). Wobei die Konsumentenschützer noch gar nicht von der Drohung reden wollen, der Bank ganz den Rücken zu kehren.
Wichtig sei, sich "mit Papier-Munition in der Tasche" auf eine Verhandlung am Schalter gut vorzubereiten. Die Vorlage zumindest zwei (besserer) Konkurrenz-Angebote öffne die Herzen der Schalterangestellten, meinte ein anonym bleiben wollender AK-Tester am Mittwoch zur APA.
Grundsätzlich stießen die Konsumentenschützer - anders als etwa vor drei Jahren, als zum Teil echte Beratungsmängel fest gestellt worden seien - auf zumeist zufrieden stellende Beratungsleistungen. Ein Beispiel: Wer extrem wenig an "Standard"-Zins anbot und auch keine Handhabe hatte, frei "aufzubessern", bot dem Kunden etwa an, er möge statt eines normalen Sparbuchs mit sechsmonatiger Bindung doch besser ein längerlaufendes Kapitalsparbuch eröffnen und dieses eben nach einem halben Jahr beheben, das brächte auch unter Abzug von Vorschusszinsen bis zum Doppelten des erstgenannten Zinssatzes.
In zwei der acht Banken wurde im Sparer-Beratungsgespräch relativ rasch auf die Möglichkeit eines höher rentierenden Fonds/Wertpapier-Sparbuchs verwiesen, wobei die AK-Tester lobend hervorheben, dass dabei jeweils das Vorwissen des Kunden über Wertpapierprodukte erhoben wurde, womit der Berater allen gesetzlichen Auflagen nachkam. Auch dass meist vor "Vorschusszinsen" als Strafzins und "Zinsenfresser" bei vorzeitiger Behebung gewarnt wurde, sei anzuerkennen. (APA/Red.)
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