KV-Verhandlungen in Papierindustrie abgebrochen
- Kein neuer Termin
- Betriebsräte beraten heute über weitere Vorgangsweise

Die Kollektivvertragsverhandlungen für rund 10.000 Beschäftigte in der heimischen Papierindustrie wurden gestern, Mittwoch, in der dritten Runde ohne Ergebnis abgebrochen. Einen weiteren Termin gibt es derzeit nicht. Heute Nachmittag findet in den Räumen der Chemiearbeitergewerkschaft eine Betriebsrätekonferenz statt, bei der die weitere Vorgangsweise beraten werden soll, teilte die Chemiearbeitergewerkschaft am Donnerstag mit.
Die Chemiearbeitergewerkschaft hat für die Papierindustrie eine Abgeltung der Inflationsrate und einen gerechten Anteil am wirtschaftlichen Erfolg gefordert. Außerdem wollte sie eine Besserstellung der Beschäftigten bei Produktionsstillständen. Die Papierindustrie hat mit Hinweis auf schwierige Zukunftsprognosen lediglich eine Erhöhung der Ist- und der KV-Löhne von 1,6 Prozent geboten.
Außerdem, so wurde von Unternehmerseite argumentiert, müsse man die Prämien, die von einzelnen Firmen gezahlt werden, berücksichtigen. Darüberhinaus sei der Vorjahresabschluss zu hoch gewesen, so dass man 0,4 Prozent in Rechnung stellen müsse. Die Papierindustrie hat im Jahr 2000 einen Zwei-Jahres-Vertrag abgeschlossen. Danach erhielten die Beschäftigten im Jahr 2000 eine KV-Erhöhung um 3,4 Prozent, die Ist-Löhne wurden damals um 3,2 Prozent angehoben. Im Vorjahr wurden die KV-Löhne um 2,5 Prozent und die Ist-Löhne um 2,0 Prozent angehoben.
Das Angebot der Unternehmer ist für die Chemiearbeitergewerkschaft jedenfalls inakzeptabel. Die Papierindustrie habe im vergangenen Jahr gut verdient. Man warte dass die Industrie ein neues Verhandlungsangebot mache. Die Industrie betonte, dass die Einkommen in der Papierindustrie innerhalb der Gesamtindustrie an 4. Stelle und damit deutlich über dem Durchschnitt liegen. Die diesjährigen Ergebnisse seien durch sehr unterschiedliche konjunkturelle Entwicklungen und Auslastungen der einzelnen Unternehmen uneinheitlich. Kurzarbeit konnte bis jetzt vermieden werden, sei jedoch durch die weitere Auftragsschwäche in Hinkunft nicht auszuschließen, so die Industrie.
Der neue Kollektivvertrag sollte per 1. November in Kraft treten. Die kürzliche Einigung in der Metallindustrie (Ist-Löhne 2,2, KV 2,3 Prozent) wird allgemein als Signal für alle weiteren KV-Verhandlungen betrachtet.
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