Britischer Ölmulti überholt DaimlerChrysler
- Mineralölbranche dominiert Top-Ten
- 6 Österreicher unter 500 größten europäischen Unternehmen

Der Mineralölkonzern British Petroleum (BP) ist mit einem Umsatz von 197 Mrd. Euro zum Bilanzstichtag 2001 das größte westeuropäische Unternehmen und verdrängt damit die bisherige Nummer 1, DaimlerChrysler auf den zweiten Platz. An dritter Stelle liegt der britisch-niederländische Mineralölkonzern Shell, vor seinem französischen Konkurrenten TotalFinaElf, geht aus der jüngsten Rangliste der deutschen "WirtschaftsWoche" hervor.
Der Ölmulti BP liegt auch gemessen am Börsenwert mit 215 Mrd. Euro und beim Nettogewinn trotz eines Rückgangs um 27 Prozent auf rund 9 Mrd. Euro vorn. Zwar würde eigentlich dem niederländisch-britischen Konkurrenten Royal Dutch/Shell mit zusammen mehr als 12 Mrd. Euro die Spitzenposition gebühren. Doch da Royal Dutch und Shell zwar als Gruppe agieren, aber traditionell separat börsennotierte Gesellschaften sind, tauchen sie in der Rangliste nicht gemeinsam auf.
Der wirtschaftliche Erfolg von BP-Chairman Lord Browne und die generelle Dominanz der Mineralölbranche unter den Top-10 Europas sei ein Beweis für die Widerstandskraft der Branche in der Rezession, so das Wirtschaftsmagazin. Nach einem kräftigen Anstieg der Gewinne der Ölkonzerne 2000 dank kräftig gestiegener Öl- und Gaspreise, mussten die europäischen Marktführer BP und Royal Dutch/Shell 2001 auf Grund rückläufiger Einnahmen zwar Federn lassen. Aber selbst auf dem jetzigen Niveau stünden sie immer noch besser da als die Konzerne der anderen Branchen.
Auf den Plätzen Fünf, Sechs und Sieben der Euro Top 500 folgen mit dem Autohersteller Volkswagen, dem Elektrokonzern Siemens und dem Energieriesen E.ON drei deutsche Konzerne. An achter Stelle liegt der französische Einzelhandelsriese Carrefour, vor dem deutschen Energiekonzern RWE und der niederländischen Handelsgruppe Ahold.
Österreichs Unternehmen unter Top 500
Nach regionaler Herkunft dominieren die Briten die größten 500 Unternehmen Europas mit 120 Vertretern vor Deutschland (101) und Frankreich (71). Unter den Top Ten sind allerdings die Deutschen mit 5 Konzernen am stärksten vertreten.
Österreichs umsatzstärkste Unternehmen unter den Euro Top 500 der deutschen Wirtschaftswoche finden sich erst im Mittelfeld der Liste: Die heimische Nummer 1 ist der Öl- und Gaskonzern OMV auf Platz 211 mit einem Umsatz von 7,74 Mrd. Euro und einer Marktkapitalisierung von 2,7 Mrd. Euro. Die weiteren Vertreter Österreichs in der Rangliste sind die Erste Bank (Platz 302), die VA Tech auf Platz 372, die Telekom Austria (378), voestalpine (426) und die Bau Holding Strabag auf Rang 493.
Die Pharmasparte ist die zweite Sparte neben der Mineralölbranche, die trotz Kaufmüdigkeit, Wirtschaftsabschwung und Terrorangst nicht aus dem Tritt kam und sowohl bei Gewinn als auch bei der Börsenbewertung ganz vorne liegt. Die früher gehätschelten Telekomriesen kämpfen derzeit mit enormen Schuldenbergen, geringeren UMTS-Umsätzen als erwartet und Kurseinbrüchen an der Börse.
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