Mittwoch, 23. Oktober 2002

Minister in FORMAT: Banken kassierten 90 Mrd S zu viel

  • Justizminster legt Berechnungen zu überhöhten Zinsen vor
  • "Der größte Wirtschaftsskandal der Zweiten Republik"

Im neuen FORMAT steht es schwarz auf weiß: Erstmals liegen die Berechnungen vom Justizminister zum Streit um überhöhte Kreditzinsen vor. Dieter Böhmdorfer greift die österreichischen Banken frontal an. Im FORMAT sagt er wörtlich: "Die Banken haben zwischen 1990 und 2000 Österreichs Bürger und die Wirtschaft um 90 Milliarden Schilling geschädigt." Es handle sich dabei, so Böhmdorfer, um den

Böhmdorfer hatte bereits des öfteren argumentiert, Österreichs Banken hätten durch unterlassenen Zinssenkungen und ungerechtfertigte Aufrundungen jahrelang überhöhte Kreditzinsen verrechnet. Der von Böhmdorfer vor einem Jahr ins Leben gerufene "Verein für Abrechnungskontrolle" legt gegenüber FORMAT erstmals konkrete Zahlen dazu vor: Bei 554 untersuchten Krediten sei im Schnitt um 8,25 Prozent der Kreditsumme zuviel an Zinsen verrechnet worden.

Insgesamt sei den Kreditnehmern allein aus diesen 554 Krediten laut FORMAT ein Schaden von 62,51 Millionen Schilling entstanden. Hochgerechnet auf alle Kredite, die seit 1990 vor allem an Private und kleine Gewerbetreibende vergeben wurden, kommt der Justizminister auf einen "Zinsschaden" von 90 Milliarden Schilling.

Die Kreditinstitute werten den Angriff Böhmdorfers als billige Wahlkampftaktik der FPÖ, die verzweifelt um die Stimmen "des kleinen Mannes" kämpft.

Mehr dazu lesen Sie in der neuen Ausgabe von FORMAT.

23.10.2002 12:57