Mittwoch, 23. Oktober 2002

Halloween-Boom freut die Wiener Wirtschaft

  • 14 Mio. Euro soll das Gruselfest in Österreich abwerfen

Teufel, Hexen, Zombies und ähnliche Schattengestalten verwandelten die Bundeshauptstadt in einen überdimensionalen Friedhof verwandeln. Mittlerweile weiß fast jeder Wiener, dass es sich bei Halloween um eine Art Vorfasching im Gruselkostüm handelt. "Hexenschleim" und "Vampirblut" soll wieder in Strömen fließen. Die Wiener Gastronomie freut es: Nur in wenigen anderen Nächten wird häufiger zum Kelch gegriffen.

Rund 3,5 Mill. Euro Umsatz erwartete sich die Wiener Wirtschaftskammer ohne Berücksichtigung der Gastronomie-Umsätze vom heurigen Halloween-Geschäft. 14 Mill. Euro sollte das gruselige Business in ganz Österreich eintreiben. "Vor allem in den vergangenen zwei, drei Jahren hat das Geschäft rund um Halloween kräftig angezogen", meinte Wiener Wirtschaftkammerpräsident Walter Nettig im APA-Gespräch.

Der Lebensmittelhandel, die Spielzeug-, Papierwaren- und Parfümeriebranche profitieren kräftig vom ursprünglichen US-Brauch Halloween. Ganz abgesehen von der Gastronomie: Nach den Irish-Pubs nehmen nun auch unzählige andere Lokale der Bundeshauptstadt am orange-schwarzen Treiben teil.

"Vor neun Jahren wusste hier noch kein Mensch etwas mit Halloween anzufangen", erinnert sich Michael Feyer, Besitzer des "Ma Pitom" und Veranstalter der "schlaflosen Nacht" im Bermudadreieck. Er erklärt sich den hiesigen Hype um Halloween mit einer - medial bedingt - schrumpfenden Welt: "Außerdem macht es einfach Spaß, Freunde und Nachbarn im Gruselkostüm zu erschrecken."

Die passenden Textilien und Accessoires verkauft Ilse Blank, Geschäftsführerin der drei "Jux-Witte"-Läden. Ihrer Meinung nach ist der Wiener Boom um Halloween nicht mehr zu steigern. Als "Fest der Jungen" bezeichnet die Händlerin das Grusel-Geschäft, das für bis zu 15 Prozent ihres Jahresumsatzes sorgt. Die Kundschaft decke sich vor allem mit lachenden und wiehernden Gag-Artikeln, Totenköpfen sowie Masken und Kostümen ein. Dekorationsmaterial werde hingegen immer häufiger von Naturprodukten - sprich: wahrhaftigen Kürbissen - ersetzt.

(apa/red)

23.10.2002 09:22