Pensionen - AK für Beibehaltung des Umlageverfahrens
- "Keine gesetzliche Alterssicherung über Aktien"
- Höhere Erwerbsbeteiligung Schlüssel zur Finanzierung
Die Arbeiterkammer (AK) spricht sich in Sachen Pension für die Beibehaltung des bisherigen Umlagesystems aus. "Wer der Börse traut, kann schnell enttäuscht werden", warnt AK-Pensionsexperte Helmut Ivansits. Eine Veranlagung in Aktien stelle immer ein beträchtliches Risiko dar und könne zu massiven Einbußen in der Alterssicherung führen.
Die Mehrheit der Österreicher sei für die Beibehaltung des bisherigen Umlagesystems, die AK auch, so Ivansits am Montag in einer Aussendung weiter. Die Finanzierung dieses Systems sei auch bei Alterung der Gesellschaft möglich, das bestätige eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifo. Gebraucht werde dafür eine schrittweise Steigerung der Erwerbsbeteiligung der Älteren und der Frauen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten.
Mahnendes Beispiel USA
Man dürfe sich nicht täuschen lassen, Zuwächse bei den Renditen wie in den neunziger Jahren seien in den letzten 50 Jahren einmalig gewesen. In den USA stünden Millionen alter Menschen vor dem Ruin. Statt in Pension zu gehen, suchten sie neue Jobs. In den USA seien die Pensionen in den vergangenen zwei Jahrzehnten zunehmend in Aktien und Anleihen angelegt worden und mit dem Crash nun entsprechend geschrumpft. Im Augenblick müssten die Betroffenen im Durchschnitt mit 43 Prozent weniger Alterseinkommen rechnen als ursprünglich geplant, so der AK Experte.
Von zentraler Bedeutung sowohl für die Entwicklung der Wirtschaft als auch für die Zukunft des Pensionssystems sei die Entwicklung der Beschäftigung. Bei sinnvoller Arbeitsmarktpolitik könne der Anstieg der Pensionsquote auf ein durchaus langfristig finanzierbares Ausmaß reduziert werden. Eine Steigerung der Erwerbsbeteiligung sei nicht nur für die Pensionsversicherung sondern auch für den Wachstumsprozess von entscheidender Bedeutung.
Um den Wachstumsprozess nicht durch eine künftige Verringerung des Arbeitskräfteangebots zu dämpfen, seien beschäftigungspolitische Maßnahmen zur Förderung der Erwerbsbeteiligung vor allem von Frauen und älteren Personen dringend gefordert. Dies sei auch der wichtigste Ansatzpunkt, um das öffentliche Pensionssystem finanziell nachhaltig abzusichern.
Angesichts der demographischen Entwicklung bilde die Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Frauen und älteren Arbeitnehmern den weitaus wichtigsten Ansatzpunkt zur langfristigen Absicherung des Pensionssystems sowie zur Stimulierung des Wirtschaftswachstums. Dieses Faktum stehe mittlerweile auch auf europäischer Ebene im Zentrum der Diskussion.
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