Hosp sorgte am Nationalfeiertag für die Sensation
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Änderungen in der Saison 2002/03
Fast vor ihrer Haustür in Bichlbach bei Reutte und knapp vor dem 19. Geburtstag am 6. November ist Nicole Hosp am Samstag in Sölden die absolute Top-Sensation gelungen. Die 18-jährige Tirolerin jubelte am Nationalfeiertag gemeinsam mit dem ÖSV und vor allem mit ihrem stark vertretenen Fanclub unter Freudentränen über den völlig unerwarteten Riesentorlauf-Triumph im Ötztal. Dass sie diesen mit den zeitgleichen Konkurrentinnen Tina Maze aus Slowenien und Andrine Flemmen aus Norwegen teilen musste, spielte dabei keine Rolle.
Schließlich sicherte sich Hosp damit gleich in doppelter Hinsicht einen Platz in den Geschichtsbüchern des Weltcups. Einerseits durch ihren Premierensieg, andererseits durch das Mitwirken beim ersten Rennen mit drei Gewinnerinnen und ebenso viel Siegerhymnen. Der Verlauf ihrer Weltcup-Karriere dürfte ein Fall für die Rekordbücher sein, denn gleich bei ihrem achten Weltcup-Rennen gelang ihr der Sprung auf das - überfüllte - oberste Podest.
Mandl von Hosp begeistert
"Mein Ziel war es, den zweiten Durchgang zu erreichen", strahlte das neue Siegergesicht mit der Sonne am Gletscher um die Wette. Die bescheidenen Ziele schienen eigentlich berechtigt zu sein, schließlich hatte Hosp bis Samstag erst ein einziges Mal Weltcup-Punkte eingefahren, am 4. Jänner 2002 als 29. im Marburg-Riesentorlauf. Dass sie das Zeug für Top-Platzierungen hat, wusste Damen-Chef Mandl bereits am Tag vor dem Rennen: "Wenn es der Niki aufgeht, kann sie vorne dabei sein." An derartige Dimensionen hatte aber auch Mandl nicht im Entferntesten gedacht.
Aamodt als Vorbild
Für den Moment hatte Hosp mit dem Rummel rund um ihren Sieg genug zu tun ("Ich kann das alles noch nicht realisieren, der Rummel ist doch noch sehr ungewohnt"), sie weiß aber, dass es der Startschuss einer großen Karriere gewesen sein könnte. "Mein Ziel ist die große Kugel", ist Hosp überzeugt, dass sich ihre Allrounder-Qualitäten ("Ein echter Skifahrer muss alles können") langfristig gesehen ordentlich auszahlen werden. Kein Wunder also, dass Hosps Vorbild Norwegens Super-Allrounder Kjetil-Andre Aamodt ist. Hosp: "Der ist in allen Disziplinen Weltklasse, da will ich auch hin."
Europacup als Sprungbrett
Den Sprung in den Weltcup hat Hosp mit ihren Europacup-Erfolgen in der vergangenen Saison geschafft, dort wurde die Stamser Schülerin in der Gesamt-Wertung Vierte und in der RTL-Spezial-Wertung Zweite und im Slalom Vierte. "Das Training mit Dorfmeister und Meissnitzer hat die Niki beflügelt. Sie ist schon im Vorjahr im Weltcup gut gefahren, hat es aber nicht ins Ziel gebracht", lobte Technik-Chef Bernd Brunner.
Sogar Fanclub überrascht
Überrascht vom Sieg der Nicole Hosp war auch ihr Fanclub. "Wir haben nicht wirklich eine Party eingeplant gehabt. Aber jetzt gibt es eine und die wird recht deftig ausfallen", grinste ein Mitglied ihres Fanclubs. "Meine Fans werden auf jeden Fall mit von der Partie sein", jubelte Hosp, die von ihren Freunden auf den Schultern durch den Zielraum getragen wurde.
