Donnerstag, 24. Oktober 2002

Weltcup-Start: ÖSV für Angriff der Konkurrenz gerüstet

  • Eberharter will endlich einen Auftakt-Sieg in Sölden
  • Plus: Alles zur Ski-Weltcup-Saison 2002/03!

Sölden im Tiroler Ötztal ist am Wochenende zum sechsten Mal Schauplatz des Auftakts zum Alpinen Ski-Weltcup. Unter stahlblauem Himmel gingen die letzten Vorbereitungen für den Start in die WM-Saison 2002/2003 in Szene, die mit zwei Riesentorläufen am Samstag (Damen) und Sonntag (Herren/jeweils 9:45/12:30 Uhr) eingeläutet wird. 20.000 bis 25.000 Fans werden am Rettenbachferner zum ersten Duell "Österreich gegen den Rest der Welt" erwartet, auch ohne die verletzten Superstars Hermann Maier und Renate Götschl deutet vieles auf einen ÖSV-Traumstart vor Traumkulisse hin.

Weltcuprennen im Oktober auf dem Gletscher haben natürlich den Sinn, den Sport und seine kaufbaren Produkte rechtzeitig vor Weihnachten ins Bewusstsein der Konsumenten zu rücken. Sportlich bietet das Auftakt-Wochenende in Sölden ein Unikum der Saison, denn nur hier fahren Damen und Herren innerhalb von 24 Stunden auf der identischen Piste um Weltcup-Punkte.

Monstertour durch 13 Länder
Im Laufe der Saison werden die Ski-Stars eine Monstertour durch 13 Länder (Österreich, USA, Kanada, Frankreich, Italien, Schweiz, Slowenien, Deutschland, Spanien, Korea, Schweden, Japan und Norwegen) und rund 30 Orte auf sich nehmen müssen, der rasende "Wander-Zirkus" geht also wieder auf Tournee. Nur noch in Park City, in Val d'Isere und beim Finale in Lillehammer werden außer bei der WM in St. Moritz beide Geschlechter am selben Ort Station machen.

Eberharter will in Sölden endlich gewinnen
Der große Star aus dem elfköpfigen RTL-Team der österreichischen Herren hatte am Mittwoch eine angenehme "Dienstreise" zu absolvieren, denn auf Stephan Eberharter wartete in Salzburg die Ehrung zum Österreichischen Sportler des Jahres. Das nächste Projekt des Gesamt-Weltcupsiegers heißt "Premierensieg in Sölden". Drei Mal schrammte der Tiroler bisher hauchdünn an diesem Ziel vorbei, denn 1998, 2000 (jeweils hinter Hermann Maier) und 2001 (hinter Frederic Covili) schaute jeweils "nur" Platz zwei heraus. Für Teil vier dieses kleinen Komplexes könnte nicht nur die ÖSV-interne Konkurrenz sorgen, sondern auch die ausländischen Herausforderer Bode Miller, Frederic Covili, Michael von Grünigen (letzte Saison), Didier Cuche oder die unverwüstlichen Norweger.

Raich brennt auf sein Heim-Rennen
Vor allem vom psychologischen Bereich her misst Olympiasieger Eberharter dem Rennen in Sölden hohe Bedeutung zu: "Wenn du hier nicht dabei bist, grübelst du über deine Zeitrückstände drei bis vier Wochen." Aus ganz anderen Gründen scharrt Benjamin Raich bereits ungeduldig in den Startlöchern, denn für den Pitztaler bedeutet Sölden ein Heimspiel. "Dieses Rennen bedeutet mir wahnsinnig viel. Einerseits ist es eine echte Standortbestimmung, andererseits ein Rennen vor meinen Fans", freut sich Raich, der gerade einmal eine halbe Stunde von Sölden entfernt zu Hause ist.

Dorfmeister ist bei den Damen die Gejagte
Anders bei den Damen, wo Österreich mit Michaela Dorfmeister in Sölden die "Titelverteidigerin" stellt. Die Weltcup-Gesamtsiegerin legte im Vorjahr hier als zweite ÖSV-Siegerin in Sölden nach Anita Wachter (1993) den Grundstein zum späteren Gesamtsieg. Größter Trumpf der 29-jährigen Niederösterreicherin im Kampf gegen die immer jünger werdende Konkurrenz ist die Routine und die Abgeklärtheit. Für sie gilt wie auch für eine Sonja Nef, Janica Kostelic, Anja Pärson usw.: Sölden mit dem schwierigen Hang ist zwar nur eine "Standortbestimmung", die Punkte zählen voll und sind in der Endabrechnung genau so wichtig wie bei jedem anderen Rennen.

24.10.2002 14:43