Dienstag, 22. Oktober 2002

In Italien droht zehn Serie A- und B-Klubs die Pleite

  • Verschuldung der italienischen Verbände auf Rekordhoch

Zehn Fußball-Klubs der italienischen Serie A und B droht die Pleite. Dies geht aus einer Analyse der Mailänder Tageszeitung "Sole 24 Ore" (Mittwochausgabe) nach einer Prüfung der Finanzen der italienischen Profiklubs hervor. Die Vereine scheinen die Appelle der Fußball-Liga zu einer Sanierung ihrer Bilanzen zu ignorieren. Im ersten Halbjahr 2002 meldeten die Klubs Verluste in Höhe von insgesamt 948 Millionen Euro, 271 Millionen Euro mehr als im ersten Semester 2001. Der Umsatz kletterte dagegen um nur fünf Prozent auf 1.063 Millionen Euro.

Auch die Nettoverschuldung der italienischen Klubs befindet sich auf einem Rekordhoch. Sie ist nach Recherchen der Tageszeitung gegenüber dem ersten Halbjahr 2001 von 1.806 Millionen auf 2.549 Millionen Euro gestiegen. Für die katastrophale Wirtschaftslage der italienischen Klubs seien vor allem die hohen Spielergehälter verantwortlich. Sie verschlingen 85 Prozent des Umsatzes der 18 Serie A-Vereine und sind innerhalb eines Jahres um 16 Prozent angestiegen. Für Gehälter gaben die italienischen Serie A-Klubs im ersten Semester 2002 insgesamt 905 Millionen Euro aus. "Ohne eine Kehrtwende droht zehn Klubs der Serie A und B der finanzielle Zusammenbruch", warnte die Tageszeitung.

Kein Gehalt für Lazio-Spieler
Zu den finanziell angeschlagensten Vereinen zählt Lazio Rom. Klubchef Sergio Cragnotti muss seine Mehrheitsbeteiligung verkaufen, um die Schulden seines Nahrungsmittelkonzerns Cirio einzudämmen. Seit Juli warten die Spieler auf ihre Gehälter. Der niederländische Verteidiger Jaap Stam droht mit dem Abschied, sollte er nicht vor Weihnachten Geld bekommen. Der 30-jährige Niederländer, der in der vergangenen Saison mit 24 Millionen Euro von Manchester United erworben worden war, wartet auf die Überweisung von 625.000 Euro, berichtete die römische Tageszeitung "Corriere dello Sport". Die Lazio-Rivalen AC Milan und Juventus Turin sollen an dem Niederländer interessiert sein.

22.10.2002 13:06