Montag, 21. Oktober 2002

Justine Henin Turniersiegerin in Linz

  • Im Finale 6:3,6:0 gegen gehandicapte Stevenson
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Die Belgierin Justine Henin hat sich am Sonntag durch einen 6:3,6:0-Finalsieg gegen die US-Amerikanerin Alexandra Stevenson das mit 585.000 Dollar dotierte Generali Ladies WTA-Tennisturnier in Linz geholt. Das Endspiel war nicht zuletzt durch eine Oberschenkelverletzung der ungesetzten Kalifornierin eine einseitige Angelegenheit und in 59 Minuten beendet.

Der als Nummer vier eingestuften Henin (20), die als zweite Belgierin nach Sabine Appelmans (1994 und 1996) in Linz gewann, brachte der sechste Turniersieg ihrer Karriere 93.000 Dollar und die Verbesserung auf Rang vier der Weltrangliste. Von ihren sechs Finali in diesem Jahr hat sie nach dem Dreisatzsieg gegen Serena Williams in Berlin nun ein zweites (bei Niederlagen gegen Venus Williams 3 und S. Williams) gewonnen.

"Werde Titel im nächsten Jahr verteidigen"
"Ich bin sehr glücklich, habe ein sehr gutes Turnier gespielt und will meinen Titel im nächsten Jahr verteidigen", versprach Henin, die sich durch die Blessur ihrer Konkurrentin nicht aus dem Konzept ("ich habe mich voll auf mein Spiel konzentriert") bringen ließ. Auf ihrem Weg ins Finale hatte sie nach einem Freilos der Reihe nach die Russin Tatjana Panowa (6:2,6:1), die Italienerin Silvia Farina Elia (7:6,6:2) und die US-Amerikanerin Chanda Rubin (7:6,6:4) ausgeschaltet.

Stevenson enttäuscht
Die 21-jährige, athletische Stevenson, mit 1,85 m um 18 Zentimeter größer als ihre Konkurrentin, hatte die Spanierin Conchita Martinez (6:1,6:2), die Russin Anastasia Myskina (6:3,7:6), gegen die sie vorher fünf Mal verloren hatte, die allerdings recht schwach spielende Turnierfavoritin Jennifer Capriati (6:1,6:1) und Schett-Bezwingerin Daniela Hantuchova aus der Slowakei (5) aus dem Bewerb geworfen. Kein Wunder, dass Stevenson, die ihren ersten WTA-Titel anpeilte, etwas enttäuscht den Centercourt im Linzer Dessin-Center verließ ("aber gegen eine Henin hat man gehandicapt keine Chance, ich konnte mich nicht wie sonst bewegen"), als Trostpreis 49.500 Dollar Preisgeld und die berechtigte Hoffnung, erstmals unter die Top 20 zu kommen, mitnehmend.

Turnierchef erfreut
"Das heurige Turnier hat alle Erwartungen übertroffen", stellte Turnierchef Peter-Michael Reichel erfreut fest. Zwar hatten mit Serena Williams und Lindsay Davenport, die 2000 und 2001 gewonnen hatte, zwei Superstars abgesagt und auch die zunächst im Teilnehmerfeld erwartete Martina Hingis war nicht dabei - sie hat für heuer das Turniertennis beendet - doch vier Top ten-Spielerinnen waren dennoch gekommen. "Serena hat ja versprochen, ihren Start in Linz nachzuholen", sagte Reichel, der mit 25.000 Zuschauern (Rekord) um 3.000 mehr als im Vorjahr registrierte.

Ortswechsel
Im im nächsten Jahr (18. bis 26. Oktober) wird wahrscheinlich nicht mehr im Design Center, sondern in der neuen Sport- und Stadthalle gespielt. Reichel: "Da könnten wir in neue Zuschauer-Dimensionen vorstoßen", meinte Reichel vor den entsprechenden Verhandlungen.

21.10.2002 13:16