Samstag, 26. Oktober 2002

Kommunalwahlen im Kosovo ohne Zwischenfälle

  • Laut OSZE lag Wahlbeteiligung bis 15.00 Uhr bei über 40 %

Im Kosovo sind um 19.00 Uhr die Kommunalwahlen in dreißig Provinzkommunen abgeschlossen worden. Nach OSZE-Angaben hat sich die Wahlbeteiligung bis 15.00 Uhr auf dem gesamten Gebiet der Provinz auf über 40 Prozent belaufen. Die serbische Volksgemeinschaft hat im Unterschied zur albanischen Volksgruppe in auffallend geringer Anzahl am Urnengang teilgenommen.

Das Belgrader Zentrum für freie Wahlen und Demokratie (CESID), dessen Beobachter den Wahlverlauf in den serbischen Kommunen verfolgt haben, teilte mit, dass die Wahlbeteiligung sehr unterschiedlich gewesen sei und bis 15.00 Uhr zwischen sechs und 20 Prozent betragen habe. Der Belgrader Kosovo-Koordinierungsausschuss appellierte im Laufe des Tages wiederholt an die serbische Volksgemeinschaft, an der Wahl teilzunehmen. Der Aufruf blieb allerdings ohne größere Wirkung.

Die zweiten Kommunalwahlen seit 1999 verliefen nach Angaben der Beobachter ruhig und ohne Zwischenfälle. UNO-Missionschef Michael Steiner und OSZE-Missionsleiter Pascal Fieschi sollten laut Ankündigungen später am Abend eine erste Bewertung der heutigen Wahlen abgeben. Die ersten inoffiziellen Resultate werden am Montag erwartet, die Endergebnisse werden seitens der OSZE-Mission am Donnerstag mitgeteilt. Wahlberechtigt waren im Kosovo 1,3 Millionen Personen. Um die 920 Gemeinderatssitze bewerben sich 68 politische Parteien mit insgesamt 5.700 Kandidaten.

Die Mehrheit der Gemeinderatssitze dürfte erwartungsgemäß den führenden Albaner-Parteien zufallen. Nach Angaben des Meinungsforschungsinstitutes Index aus Pristina kann die Partei des Kosovo-Präsidenten Ibrahim Rugova, die Demokratische Liga (LDK), mit etwa 40,4 Prozent der Stimmen der Kosovo-Albaner rechnen, gefolgt von der Demokratischen Partei des ehemaligen Führers der Untergrundarmee UCK, Hashim Thaci, mit 18,5 Prozent der Stimmen und der Allianz für die Zukunft vom Kosovo (AAK) von Ramush Haradinaj mit 6,2 Prozent. Dies würde bedeuten, dass sich das Kräfteverhältnis unter den führenden albanischen politischen Parteien seit den Parlamentswahlen im Vorjahr nicht wesentlich verändert hat.

26.10.2002 20:13