Nordkorea bietet USA Nichtangriffspakt an - abgelehnt!
- Weißes Haus: Zuerst muss Abrüstung erfolgen
Die USA haben am Freitag ein Angebot Nordkoreas abgelehnt, einen Nichtangriffspakt zu schließen und dann über sein Atomwaffenprogramm zu sprechen. Der Sprecher des Weißen Hauses, Sean McCormack, bekräftigte die amerikanische Forderung, dass Pjöngjang vor dem Beginn von Verhandlungen abrüsten müsse.
"Wir haben sehr klar gemacht, dass Nordkorea seine Massenvernichtungswaffen aufgeben muss, und wir arbeiten in dieser Frage sehr eng mit Freunden und Verbündeten zusammen", sagte McCormack in Crawford (Texas), wo Bush am selben Tag mit dem chinesischen Präsidenten Jiang Zemin ebenfalls über Nordkorea sprach.
In einer Erklärung des nordkoreanischen Außenministeriums hatte es zuvor geheißen, das Land sei bereit, Sicherheitsbedenken auszuräumen und die Nuklearfrage durch Gespräche zu lösen, falls die USA einem Nichtangriffspakt zustimmten, Nordkoreas Souveränität anerkennen und es nicht in seiner wirtschaftlichen Entwicklung behinderten. Zugleich wies Nordkorea wiederholte US-Forderungen nach sichtbarer Abrüstung als Vorbedingung für Verhandlungen als "abnorme Logik" zurück.
Nordkoreas Besitz nuklearer Waffen und selbst "stärkerer Waffen als diese" sei als "Mittel zur Verteidigung der Unabhängigkeit" gerechtfertigt, hieß es in der Erklärung weiter. "Die Demokratische Volksrepublik sieht den Abschluss eines Nichtangriffspaktes zwischen der Volksrepublik und den USA als vernünftige und realistische Lösung der Nuklearfrage an." Nur so könne die "sehr ernsthafte" Lage auf der koreanischen Halbinsel beruhigt werden.
Als Reaktion auf die Berichte aus dem kommunistischen Nachbarland forderte die Regierung in Seoul, Pjöngjang solle die "Natur" seines Kernwaffenprogramms deutlicher erläutern. "Unsere Regierung steht auf dem Standpunkt, Nordkoreas Nuklearwaffenprogramm nicht zu tolerieren", teilte das südkoreanische Außenministerium mit.
Nordkorea hatte Anfang Oktober beim Besuch eines US-Abgesandten erstmals die Existenz eines Programms zur Urananreicherung zugegeben. Das Atomprojekt stellt einen Bruch von Abrüstungsvereinbarungen aus dem Jahr 1994 dar. Nordkorea waren damals im Gegenzug zum Verzicht auf ein Nuklearwaffenprogramm zwei moderne Leichtwasser-Reaktoren zugesagt worden. Deren Fertigstellung hat sich wegen Finanzierungsproblemen und Spannungen auf der Halbinsel verzögert.
Nordkorea beschuldigte die USA am Freitag, ihre Zusagen im Atomabkommen nicht erfüllt und Nordkorea als Ziel "präventiver Nuklearschläge" ausgemacht zu haben. Die Brandmarkung Nordkoreas als Teil einer "Achse des Bösen" durch Präsident Bush sei zudem einer Kriegserklärung gleichgekommen.
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