Mittwoch, 23. Oktober 2002

Gravur auf Urne könnte ältestes Jesus-Dokument sein

  • Experten melden Zweifel an: "Jesus war ein häufiger Name"

Ist das der Beweis? Experten streiten bereits wegen der Gravur, die auf einer Gebeine-Urne entdeckt wurde. Übersetzt lautet sie: "Jakobus, Sohn von Joseph, Bruder von Jesus". Ein Archäologe und Schriftkundler sieht darin "die früheste schriftliche Erwähnung - etwa aus dem Jahr 63 - des Jesus von Nazareth".

Die Inschrift auf einer Gebeinurne, die in der Nähe von Jerusalem gefunden wurde, ist möglicherweise die älteste dokumentierte Erwähnung von Jesus. Zu diesem Ergebnis habe eine Untersuchung der steinernen Urne durch französische Wissenschafter geführt, teilte die Biblical Archaeology Society der USA nach Angaben der "New York Times" mit. Erhebliche Zweifel äußerte auf Anfrage der renommierte Bonner Alttestamentler Heinz-Josef Fabry: "Ich halte das für außerordentlich fragwürdig."

Der Leiter der Untersuchung, Professor Andre Lemaire von der Pariser Sorbonne, ist laut "New York Times" zu der Schlussfolgerung gelangt, dass die aramäische Inschrift "Ya'akov bar Yosef akh di Yeshua" sich auf den biblischen Jakobus beziehe und ihn als den Bruder von Jesus bezeichne. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich um die Gebeinurne von dem im Neuen Testament erwähnten Jakobus handelt", schrieb Lemaire für die neueste Ausgabe des Magazins der US-Bibel-Gesellschaft "Biblical Archaelogy Review".

Übersetzt laute die Gravur "Jakobus, Sohn von Joseph, Bruder von Jesus". Der französische Archäologe und Schriftkundler sieht darin "die früheste schriftliche Erwähnung - etwa aus dem Jahr 63 - des Jesus von Nazareth". Das Magazin schätzt sie als den ältesten "archäologischen Fund zur Bekräftigung der biblischen Hinweise auf Jesus" ein. Im Neuen Testament werde Jakobus als Bruder von Jesus erwähnt, der nach dessen Kreuzigung zum Führer der christlichen Urgemeinde in Jerusalem geworden sei.

23.10.2002 09:15