Mittwoch, 23. Oktober 2002

Hochschwangere in Nigeria zu Steinigungstod verurteilt

  • Grund: Ehebruch - sie hatte Sex mit ihrem geschiedenen Mann
  • Präsident: Solche Urteile werden nicht vollstreckt!

Eine hochschwangere Nigerianerin und ihr Partner sind Ende Oktober von einem islamischen Gericht in Nigeria zum Tod verurteilt worden. Grund: Ehebruch. Todesurteil: Steinigung. Das Paar war verhaftet worden, weil die Frau - bereits Mutter einer zweieinhalbjährigen Tochter - Sex mit ihrem geschiedenen Mann hatte. Und erneut schwanger wurde.

Dieser Liebesakt gilt nach der nigerianischen Auslegung des islamischen Rechts, der Scharia, als Ehebruch!

Wie der Verteidiger des Paares bekannt gab, wurden die 32-jährige Fatima Usman und ihr Ex-Mann Ahmadu Ibrahim vorerst gegen Kaution freigelassen. Die Frau soll ihr Baby außerhalb des Gefängnisses zur Welt bringen.

Seit der Einführung der Scharia in zahlreichen nordnigerianischen Teilstaaten sind mindestens fünf Menschen zum Tod durch Steinigung verurteilt worden. Keines der Urteile wurde bisher vollstreckt.

Die Regierung in der Hauptstadt Abuja hat die Urteile mehrfach kritisiert, sieht sich jedoch nicht im Stande, auf Entscheidungen der Gerichte in den moslemisch dominierten Gliedstaaten einzuwirken. Bei einem Staatsbesuch in Uganda erklärte Präsident Olusegun Obasanjo: Kein derartiges Todesurteil werde jemals in seinem Land vollzogen.

23.10.2002 08:57