Mutmaßlicher Fortuyn-Attentäter hat gestanden
- Rechtspopulist als "Gefahr für die Gesellschaft angesehen

Knapp ein halbes Jahr nach dem Attentat auf den niederländischen Rechtspopulisten Pim Fortuyn soll der mutmaßliche Täter ein Geständnis abgelegt haben. Wie das "NRC Handelsblad" am Samstag berichtete, habe Volkert van der Graaf nach langem Schweigen jetzt erstmals zugegeben, am 6. Mai die tödlichen Schüsse auf den Politiker abgefeuert zu haben. Er habe Fortuyn als eine Gefahr für die Gesellschaft angesehen, soll der Angeklagte dem Untersuchungsrichter.
Van der Graaf war unmittelbar nach der Tat vor dem Rundfunkzentrum in Hilversum festgenommen worden. Er hatte eine geladene Pistole und zusätzliche Munition bei sich. Bei seinen Vernehmungen hatte er auf Anraten seiner Anwälte bis jetzt geschwiegen. Nach zwei vorbereitenden Sitzungen hat das Gericht in Amsterdam den Angeklagten zur Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens in eine Klinik einweisen lassen. Mit dem Prozess wird im Frühjahr 2003 gerechnet.
Neun Tage nach dem Attentat verzeichnete die von Fortuyn gegründete Partei LPF bei Parlamentswahlen einen spektakulären Erfolg. Mit einem Programm des Protestes vor allem gegen die liberale Zulassung von Ausländern und gegen unzureichenden Schutz der Bürger erhieltr die Partei auf Anhieb 26 der 150 Parlamentssitze. Die LPF gehörte auch der inzwischen zurückgetretenen Regierung des christdemokratischen Ministerpräsidenten Jan Peter Balkenende an.
Bei der Neuwahl am 22. Jänner 2003 werden ihr wesentlich geringere Erfolgschancen eingeräumt, nicht zuletzt deshalb, weil mittlerweile in der LPF die parteiinternen Streitigkeiten überwiegeb: Zwei Abgeordnete haben die Partei inzwischen verlassen, Umfragen zufolge hat die LPF bereits rund zwei Drittel ihrer Wähler vom Mai verloren.
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