Haider kandidiert vielleicht doch bundesweit
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"Ewiger Platzhalter" nur 40 Tage im Amt
Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider überlegt nun doch, auf der Bundesliste für die FPÖ bei der Nationalratswahl zu kandidieren. Vor einer endgültigen Entscheidung werde es aber noch Gespräche mit Spitzenkandidat Herbert Haupt geben, sagte Haider am Samstag. Zum Spitzenkandidaten Haupt erklärte Haider, er rechne damit, dass Haupt in den nächsten Tagen die Position der FPÖ um drei bis fünf Prozent verbessern werde. Neo-FP-Spitzenkandidat Haupt lies bereits am Freitag m.
Die Verhältnisse hätten sich ein wenig geändert, meinte Haider zu seinem vor einigen Wochen verkündeten Verzicht auf eine Kandidatur, die der damalige FP-Obmann Mathias Reichhold abgelehnt hatte. "Ich werde daher mit Haupt ein Gespräch darüber führen", sagte Haider in einem Interview mit dem ORF Kärnten. Die Frage müsse in den nächsten Tagen geklärt werden, da ja die Bundesliste eingereicht werden müsse, so der Kärntner Landeshauptmann.
Außerdem müsse dabei klar bleiben, dass er nicht in die Bundespolitik zurückkehren werde, es müsse daher geprüft werden, welche Signale mit einer solchen Kandidatur verbunden seien. Wenn er kandidiere, dann sei das ein Akt der Unterstützung für Herbert Haupt und die Freiheitlichen in Österreich. "Aber es muss auch klar sein, dass ich meine Aufgabe als Landeshauptmann weiterhin voll erfüllen werde und das absolute Priorität für mich hat", so Haider.
Es gehe aber auch um inhaltliche Fragen, stellte Haider Bedingungen. Er gehe nur dann auf eine Liste, wenn die Frage der Steuerreform von der Gesamtpartei in seinem Sinne gesehen werde und es 2003 eine erste Etappe geben müsse. Auch die Frage der Besteuerung von Überstunden müsse diskutiert werden, dazu seien noch einige weitere Fragen abzuklären.
Kranker Reichhold tritt ab
Die FPÖ hat gut drei Wochen vor der Wahl schon wieder einen Obmann verloren. Mathias Reichhold legte am Donnerstagnachmittag sowohl Parteivorsitz als auch Spitzenkandidatur zurück. Der Grund: Die Spätfolgen einer übergangenen Angina. Für Reichhold einspringen muss oder darf Sozialminister Herbert Haupt, der nunmehr die Freiheitlichen in die Nationalratswahl führen soll. Ob er auch nach dem Urnengang an der Spitze der FPÖ bleiben wird, hänge vom Ergebnis am 24. November ab, meinte der Interimsobmann in einer ersten Reaktion.
Nur 40 Tage im Amt
Reichhold war gerade 40 Tage als Parteiobmann im Amt. Der Infrastrukturminister hatte sich für diesen Posten zur Verfügung gestellt, nachdem die Partei durch die Rücktritte von Obfrau Susanne Riess-Passer, Klubchef Peter Westenthaler und Finanzminister Karl-Heinz Grasser plötzlich führungslos gewesen war. Eher unglückliche öffentliche Auftritte und vor allem eine Angina-Erkrankung brachten aber ein rasches Ende der hoffnungsfroh begonnenen Tätigkeit am Oberwarter Parteitag. Die auf ihn zugeschnittene Wahlkampagne ("Sein Handschlag zählt") wird nun wohl überdacht werden müssen.
Kranker Reichhold folgt dem Rat der Ärzte
Der nunmehrige Ex-FPÖ-Chef war am vergangenen Sonntag in ein Friesacher Spital mit hohem Fieber und Herzrhythmus-Störungen eingeliefert worden. Zwar sei mittlerweile die Gefahr eines Herzmuskel-Schadens gebannt, jedoch sei weiter Schonung angebracht, berichtete am Donnerstag der ärztliche Leiter Georg Lexer. Dieser Anordnung beuge er sich nun, erklärte Reichhold: "Die FPÖ braucht in der Intensivphase des Wahlkampfes einen voll einsatzfähigen Spitzenkandidaten und Parteiobmann". Minister bleibt er aber.
Haupt ist Nachfolger
In der Partei als Nachfolger präsentierte er gleich seinen ersten Stellvertreter Haupt, der ja vor der Kür Reichholds bereits einmal als Spitzenkandidat vorgesehen war. Der Sozialminister bedauerte den Rückzug, sei der scheidende Parteichef doch bei vielen Leuten ob seines kollegialen Stils geschätzt worden. Er hoffe nun, die entstandene Lücke füllen zu können. Einen Parteitag mit einer Neuordnung der Strukturen werde es jedenfalls erst nach der Nationalratswahl geben.
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