Sonntag, 27. Oktober 2002

Bis zu 135 km/h: Schäden in Tirol, OÖ, NÖ & Salzburg

  • Häuser abgedeckt, Stromleitungen gekappt, Bäume

Bis zu 135 km/h erreichten die orkanartigen Stürme, die in der Nacht auf Montag über Österreich hinweg fegten: In Tirol, Salzburg, OÖ und NÖ wurden Häuser abgedeckt, Stromleitungen gekappt, Bäume stürzten auf Straßen und Autos. Der Sachschaden ist enorm, die Feuerwehren standen im Großeinsatz.

In Niederösterreich kam es laut Landessprecher Jörg Würzelberger von den NÖ-Feuerwehren zu keinen dramatischen Geschehnissen, verletzt wurde niemand. Am Montag waren rund 2.500 Florianijünger mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Schwerpunkt war die Entfernung von Bäumen, die teilweise die Straßen blockierten. Von den Böen erfasst und losgerissen wurden auch zahlreiche Wahl-Plakatständer.

Am Flughafen Wien-Schwechat kam es durch den Sturm zu keinen Ausfällen. Laut Sprecher Hans Mayer verzögerten sich lediglich die Ladevorgänge ein wenig, einige Verkehrszeichen am Gelände machten sich "selbstständig". Kleine Maschinen wurden in Windrichtung positioniert und entsprechend festgezurrt.

In Wien verzeichnete die Feuerwehr 50 Sturm-Einsätze - meist zu umgestürzten Bäumen. Der Grund: Das durch Regen aufgeweichte Erdreich bietet den Wurzeln weniger Halt. Berichte über Verletzte lagen nicht vor.

In Oberösterreich waren Sonntag Abend die Böhmerwaldstraße (B 38) zwischen Sandl und Karlstift und die Atterseestraße (B 151) zwischen Seewalchen und St. Georgen im Attergau durch umgestürzte Bäume blockiert. Auf der Westautobahn kam es zwischen Sattledt und Haid zu Behinderungen durch umgestürzte Verkehrszeichen, im Seenbereich wirbelte der Sturm Laub und kleinere Äste über die Fahrbahn.

600 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Ein Verkehrsunfall mit vier Toten könnte von einer Böe ausgelöst worden sein. Auf der Mühlviertlerbundesstraße zwischen Neumarkt und Freistadt bei Galgenau war Sonntagabend ein Autofahrer aus Tschechien mit seinem Wagen ins Schleudern geraten und frontal gegen den Pkw einer Behindertenbetreuerin geprallt. Für vier Personen, darunter die beiden Ausländer, kam jede Hilfe zu spät.

Umstürzende Bäume blockierten u.a. die Summerauerbahn. Sie musste zwischen Pregarten und Summerau gesperrt werden, weil die Oberleitung zerrissen war. Auch zahlreiche Straßen waren zumindest vorübergehend gesperrt.

Im Tiroler Unterland wurden Straßen blockiert, Stromleitungen durchtrennt und Autos sowie Zäune beschädigt. Weiters wurden Dächer abgedeckt, Verkehrsschilder und Plakatständer umgeworfen. Sämtliche Feuerwehren der betroffenen Orte waren im Einsatz.

In Kramsach (Bezirk Kufstein) stürzte ein Strommast um, wodurch ein Transformator Feuer fing. Der Brand konnte von der Feuerwehr innerhalb kurzer Zeit gelöscht werden. Zwischen Hopfgarten und Kirchbichl wurde die Stromversorgung unterbrochen, da zwei Bäume auf die Leitung gestürzt waren. Mehrere umgefallene Bäume mussten von der Tiroler Bundesstraße (B 171) und zahlreichen Gemeindestraßen geräumt werden. In Söll und Kirchdorf wurden bei mehreren Häusern Teile der Dächer abgedeckt. In Wörgl wurde ein Pkw von einem umstürzenden Baum beschädigt.

Im Bezirk Reutte entwurzelte der Sturm zahlreiche Bäume. Straßeneinrichtungen und Fahrbahnen der Land- und Gemeindestraßen wurden beschädigt. Auch in Telfs (Bezirk Innsbruck Land) wurde das Dach eines Wohnhauses abgedeckt. Im Pitztal musste auf Grund entwurzelter Bäume und Steinschlaggefahr die Landesstraße L16 gesperrt werden.

In Vorarlberg forderte der Herbstorkan einen Leichtverletzten. Auf dem Vorplatz der Hauptschule Meiningen (Bezirk Feldkirch) war am Sonntagabend ein etwa zwölf Meter hoher und morscher Baum umgestürzt, der ein dort abgestelltes Auto traf. Ein 25 Jahre alter Lenker wurde dabei von einem Ast gestreift und leicht verletzt.

Im Burgenland waren besonders die Bezirke Neusiedl am See und Eisenstadt-Umgebung betroffen: Heftige Böen waren die Ursache mehrerer Lkw-Unfälle. Die Feuerwehren standen im Dauereinsatz. In Neusiedl am See wurde etwa der Zunftbaum vom Sturm gefällt.

In Salzburg ragte ein umgestürzter Baum auf die Fahrbahn der Westautobahn (A 1). Zwischen Kleßheim und der Ausfahrt Kaserne war der erste Fahrstreifen Richtung Walserberg blockiert.

27.10.2002 20:52