Courage in Rot-Weiß-Rot nicht gerade stark vertreten
- Nicht einmal jeder Zweite ergreift Wort gegen Mehrheit
- Ohnmächtige und Verbrechensopfer sind "bevorzugt"

Ohnmächtige und Verbrechensopfer dürfen in Österreich am ehesten darauf hoffen, dass Passanten Hilfsbereitschaft und Zivilcourage an den Tag legen. Weniger ausgeprägt ist der "Mut" von Herrn und Frau Österreicher, wenn es darum geht, in einer Versammlung das Wort zu ergreifen. Und Exhibitionisten brauchen in der Alpenrepublik vergleichsweise selten mit einer Zurechtweisung rechnen. Dies geht aus einer neuen Imas-Umfrage hervor.
Befragt wurden in der Zeit von 7. bis 11. Oktober des heurigen Jahres 1.000 Österreicherinnen und Österreicher über 14 Jahre. Sie sollten sagen, was sie in einer "unangenehmen Situation" tun würden. 14 Antwortmöglichkeiten wurden vorgegeben, Mehrfachnennungen waren erlaubt.
95 Prozent würden "Erste Hilfe veranlassen"
95 Prozent sagten, sie würden "Erste Hilfe veranlassen", wenn sie einen Ohnmächtigen auf der Straße liegen sähen. 90 Prozent erklärten, sie würden sofort die Polizei verständigen, wenn sie Zeuge eines Verbrechens würden. Ebenfalls rund 90 Prozent würden auch "einen Autofahrer anzeigen, der nach einem Unfall Fahrerflucht begangenen hat" und "einen Arbeitskollegen vor dem Chef verteidigen, wenn der Kollege ungerecht behandelt wird".
Zwei Drittel haben keine Angst vor AIDS und Ausländern
Mit jemandem "eng zusammenarbeiten, der an AIDS erkrankt ist", und einem "Ausländer beistehen, der von einer Behörde ungerecht behandelt wurde", das würden rund zwei Drittel der Befragten tun. Knapp über 50 Prozent würden in einem Kaufhaus einen Diebstahl zu verhindern suchen, wenn sie zufällig davon Kenntnis bekämen.
45 Prozent sagten, sie seien bereit, "in einer großen Versammlung aufzustehen und seinen Standpunkt zu vertreten, auch wenn man weiß, dass die Mehrheit ganz anders denkt".
Nur jeder Dritte wäre bereit, mit einem Menschen zusammen zu arbeiten, der eine lange Gefängnisstrafe verbüßt hat. Und ebenso würden nur rund 30 Prozent "einen Mann zurecht weisen, der sich nackt in der Öffentlichkeit zur Schau stellt". "Schlusslicht", was das "Einschreiten" der Österreicher betrifft, ist ein Raufhandel: Nur rund 25 Prozent würden dazwischen gehen, wenn Zwei eine Rauferei beginnen wollen.
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