Mittwoch, 23. Oktober 2002

57 Tote nach Alko-Unfällen von Jänner bis August 2002

  • Trunkheit am Steuer gefährdet vor allem das Leben anderer

In Österreich ist es immer noch ein Kavaliersdelikt, sich im Vollrausch hinter's Steuer zu setzen. 57 Personen büßten derartige Unverantwortlichkeit von Jänner bis August 2002 mit ihrem Leben. Das Tragische: Meist sind die Opfer nicht die Betrunkenen selbst, das Leben anderer ist in Gefahr.

"Zwei Drittel aller Getöteten bei Alko-Unfällen sind nicht die Alko-Lenker selbst", sagte ÖAMTC-Verkehrsexperte Roman Michalek. Alko-Lenker sind laut Michalek meist jung und männlich. Bei neun von zehn wegen Trunkenheit verursachten Unfällen sitzen Männer am Steuer. Bei einem Drittel aller Unfälle sind die Lenker 15 bis 24 Jahre alt. Selbstüberschätzung stehe bei diesen Risikolenkern ganz oben auf der Liste der tödlichen Promille-Irrtümer.

Frauen seien häufig die Leidtragenden: Obwohl laut ÖAMTC nicht einmal bei jedem zehnten Unfall eine betrunkene Frau am Steuer sitzt, ist jedes fünfte Opfer eines Alko-Unfalls eine Frau.

Die folgenden Regeln sollte jeder einhalten, dessen Kopf noch nicht so vernebelt ist, dass er sich alkoholisiert hinters Lenkrad setzt:
o "Wer fährt, trinkt nicht, und wer trinkt, fährt nicht." - Schon durch geringe Alkoholmengen kann es zu massiven Beeinträchtigungen kommen.
o "Nicht wegschauen, wenn sich jemand betrunken hinters Steuer setzt." - Soziale Kontrolle ist erforderlich; notfalls den Schlüssel wegnehmen.
o "Nicht mit einem alkoholisierten Lenker mitfahren." - Auch nicht, wenn er sonst immer verlässlich fährt.
o "Nicht in betrunkenem Zustand zu Fuß nach Hause gehen." - Zum Selbstschutz sollte man sich ein Taxi rufen.

23.10.2002 11:20