Unfall auf S 31: Suche nach Unglücksursache
- 20 Meter in die Tiefe gefallen: Zwei Tote, zwölf Verletzte

Auf der Baustelle der Burgenland-Schnellstraße S 31 bei Neutal, auf der am Dienstag bei einem folgenschweren Unglück zwei Bauarbeiter getötet und elf (laut Sicherheitsdirektion) zum Teil schwer verletzt worden sind, hat die Suche nach der Unglücksursache begonnen. Darüber könnten derzeit nur Vermutungen angestellt werden, sagte der Leitende Staatsanwalt in Eisenstadt, Hofrat Karl Rabong, auf Anfrage der APA. Das mögliche Strafverfahren läuft gegen unbekannte Täter. Ermittelt wird wegen fahrlässiger Gemeingefährdung mit Todesfolge.
Die Aufräumarbeiten und Beweissicherung finden unter Aufsicht des vom Gericht bestellten Sachverständigen für Brückenbau, Dipl.-Ing. Albert Hanzal, statt. Es müssen Tonnen von Material weggeräumt und gleichzeitig nach Spuren, die Hinweise auf die Unglücksursache geben können, gesucht werden. Rabong schätzt, dass die Aufräumarbeiten etwa eine Woche in Anspruch nehmen werden. Es könnte auch zur Beiziehung eines weiteren Sachverständigen kommen, falls das Fachgebiet des derzeit bestellten Gutachters überschritten wird.
Die Leichen der Verunglückten waren kurzfristig beschlagnahmt worden, weil man nicht wusste, ob sie für die Erstattung eines Gutachtens notwendig sind. Sie wurden mittlerweile zur Beerdigung freigegeben.
Das furchtbare Unglück passierte bei Betonierarbeiten an einem Brückentragwerk der S 31. Aus noch ungeklärter Ursache brach plötzlich die Schalung nach unten weg, sie riss auch das Gerüst mit. 200 Kubikmeter Frischbeton stürzten mit der Schalung und den Arbeitern in die Tiefe.
Ein 42-Jähriger aus Neuhaus (Kärnten) und ein 57-jähriger Slowene mit Wohnsitz Graz wurden getötet. Bei den Verletzten handelt es sich um drei Österreicher, drei Slowenen, zwei Bosnier sowie je einen Türken, Jugoslawen und Mazedonier. Ein Arbeiter, der sich zum Zeitpunkt des Unglücks nahe der Schalungskonstruktion befand, hatte Glück: Er konnte beim Einsturz noch aus dem Gefahrenbereich laufen.
Der Weiterbau der S 31 wurde vorerst gestoppt. Die weitere Vorgangsweise soll Anfang kommender Woche beraten und festgelegt werden, hieß es aus dem Büro von Straßenbau-LR Helmut Bieler (S).
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