Legionärsinfekt: Mann starb nach Schwimmbad-Besuch
- INFO & CHRONIK: Legionärskrankheit & Ansteckung (rechts)
- Unerklärlich: Ansteckung im Juli! Fälle wurden erst jetzt bekannt
Warum wurde der Fall so lange verschwiegen? Ein 80-jähriger Salzburger ist an der Legionärskrankheit verstorben! Der Mann soll Kurgast in Bad Vigaun gewesen sein, steckte sich im Schwimmbad an. Das Wasser war verseucht! Auch eine Krankenschwester erkrankte, überlebte jedoch. Wo lauert die Gefahr? Überall dort, wo sich warmes Wasser mit Luft zu Schäumen vermischt - besonders in Whirlpools, Saunen. Legionellen vermehren sich zwischen 25 und 50 Grad rapide, sterben bei 70 Grad ab (mehr Infos siehe Kasten rechts).
Der 80-jährige Pensionist ist am 25. September an einer Lungenentzündung verstorben. Ein Teil der Anlage in Bad Vigaun - es handelt sich nicht um das allgemein bekannte Bad sondern um das daneben befindliche private Krankenhaus St. Barbara - wurde daraufhin geschlossen.
Krankenschwester erkrankte am 15. Juli
Schon am 15. Juli wurde die Bezirkshauptmannschaft Hallein vom Spital informiert, dass eine Krankenschwester der Augenabteilung an einer Lungenentzündung durch Legionellen erkrankt sei. Die unverzüglich durchgeführten Wasser-Untersuchungen ergaben eine geringe Legionellen-Keimzahl. Üblicherweise werden keine gravierenden Maßnahmen, aber eine Nachuntersuchung angeordnet.
Einen Monat später erkrankte ein 80-jähriger Patient, der zuvor in der Krankenanstalt Vigaun stationär behandelt worden war. Am 25. September starb dieser Mann in einem Tiroler Krankenhaus an den Folgen einer Lungenentzündung.
Am 19. September hatte die Amtsärztin alle Warmwasserkreisläufe überprüft. "Erst vergangene Woche gingen die Untersuchungsbefunde aus der Legionellen-Referenzzentrale in Wien bei der BH Hallein ein. Und erst heute wurden dem Gesundheitsressort des Landes die schriftlichen Befunde übermittelt", begründete Gesundheitsreferentin LHStv. Gabi Burgstaller (SPÖ), weshalb sie nicht früher die Öffentlichkeit informiert habe. Alle erforderlichen Sofort-Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Erkrankungen seien ohnedies getroffen worden.
Insgesamt wurden 17 Auflagen erteilt. Diese umfassten unter anderem die thermische Desinfektion (Erhitzen aller Warmwasserkreisläufe auf mindestens 65 Grad Celsius heißem Wasser), ein Verbot der Warmwassernutzung durch Patienten und Gäste, Kontrollproben, ein Dusch- und Badeverbot für immungeschwächte Patienten, eine Reinigung und Desinfektion der verschiedenen Warmwasserauslässe, Austausch diverser Armaturen und Brauseschläuchen, das Schwimmbad im Haus 4 ist zu sperren sowie Empfehlungen immungeschwächte Personen gesondert zu informieren. Insgesamt umfasste der Bescheid 17 verschiedene Auflagen.
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