Drogen-Razzia: 180 Polizisten am Wiener Naschmarkt
- 24 Anzeigen, 98 Tabletten & 80 Gramm Cannabis sichergestellt
- Drogenszene sollte "in Bewegung" gebracht werden
Die Aktion sorgte Anfang Oktober für großes Aufsehen: 180 Polizisten waren bei zwei groß angelegte Drogenrazzien in der U-Bahn-Station Kettenbrückengasse in Wien im Einsatz. Insgesamt erfolgten dabei 102 Perlustrierungen, es wurden 24 Anzeigen erstattet.
Es gab keine Festnahmen, jedoch 55 Identitätsfeststellungen sowie einige Anzeigen gegen das Suchtmittelgesetz. Sichergestellt wurden psychotrope Substanzen und weiche Drogen (Tabletten und Haschisch).
"Die Aktion war sehr erfolgreich. Wir wollen damit die Drogenszene in Bewegung bringen", sagte Roland Horngacher, der Leiter des Wiener Kriminalamts. Es soll damit analysiert werden, welche Verteilungsmechanismen und Strukturen die Drogendealer haben, und welche Konsumenten das Suchtgift kaufen. Mit diesen Erfahrungen soll die Logistik der Dealer erschwert werden. "Wir wollen einen Überblick über die offene Drogenszene."
Besonders schwarzafrikanische Tätergruppen würden massiv und organisiert auftreten. Sie seien auf solche Polizeiaktionen trainiert, erläuterte der Leiter des Wiener Kriminalamtes. "Hintergrund dieses Einsatzes ist die steigende Drogenproblematik in den inneren Bezirken", so Horngacher. Zudem würden die Personen, die das Suchtgift verkaufen, ein aggressives Verhalten an den Tag legen. "Und gerade bei Umschlagplätzen wie der Karlsplatz ist zum Beispiel eine Schule und ein Kinderspielplatz in der Nähe. Und die Kinder müssen bei den Dealern vorbei, um dorthin zu kommen."
"Wir versuchen, eine Strategie durchzuziehen", so der Kripo-Leiter. Dies werde nicht die einzige Aktion bleiben. "Denn wir müssen feststellen, wie groß die Szene wirklich ist, welches Ausmaß sie hat."
102 Perlustrierungen, 24 Anzeigen
Bei den Anzeigen handelte es sich einmal um einen räuberischen Diebstahl, da die Exekutive gerade hinzukam, als ein Mann einem anderen etwas wegnehmen wollte, so Hladik. Eine weitere Anzeige wurde wegen unerlaubten Waffenbesitzes erstattet, da eine Frau ein Springmesser bei sich hatte. Der Rest waren Verstöße gegen das Suchtgiftmittelgesetz.
Sichergestellt wurden 98 Tabletten sowie 80 Gramm Cannabis. Die beiden Männer, die das Cannabis bei sich führten, wurden kurzzeitig festgenommen worden, kamen aber wieder frei, erklärte der Polizei-Sprecher. Zudem stellte die Exekutive zwei Messer und einen Elektroschocker sicher.
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