Sonntag, 20. Oktober 2002

Tauziehen um Libro-Verkauf bleibt spannend

  • Entscheidung über Verkauf oder Liquidation vertagt

Das Tauziehen um den Verkauf der insolventen Buch- und Medienhandelskette bleibt spannend. Bis zur nächsten Gläubigerausschusssitzung am 4. November will Masseverwalter Günther Viehböck entscheiden, ob das Unternehmen mit derzeit noch 1.500 Mitarbeitern verkauft oder liquidiert wird, hieß es nach der gestrigen Sitzung des Gläubigerauschusses. Derzeit liegen dem Masseverwalter zwei Angebote mit Finanzierungsnachweis vor, so ein Insider. Ein drittes Offert soll demnächst eintreffen.

Sollten die Verkaufsverhandlungen scheitern, dürfte der US-Liquidationsprofi Gordon Brothers zum Zug kommen. Die Amerikaner haben, wie berichtet, bereits die Verwertung der 30 Schließungs-Filialen durchgezogen und im Sommer 20 Mill. Euro geboten. Beim Kreditschutzverband von 1870 (KSV) geht man davon aus, dass bereits diese Woche eine Weichenstellung erfolgen werden.

Als mögliche Interessenten werden nach wie vor der Großbuchhändler und Verleger Wilhelm Sotas und eine Bietergruppe um den Ex-Libro-Manager Gerhard Maierhofer sowie der oberösterreichische Papier- und Bürowarengroßhändler Anton Stahrlinger genannt. Offen sein dürfte auch noch, wie viele der verbliebenen Filialen von einem neuen Eigentümer übernommen werden und ob dieser die Verwertung selber übernimmt oder an einen Liquidator übergibt.

Der Besitzerwechsel müsste bis Ende November erfolgen, dann wird nämlich das Weihnachtsgeld fällig, das rund 700.000 Euro ausmacht. Gleichzeitig muss für das Weihnachtsgeschäft eingekauft werden. Die Banken wollen nämlich für die notwendigen Fortführungskosten bis Weihnachten nicht mehr aufkommen.

20.10.2002 15:51