RHI schließt neuerliches US-Engagement nicht aus
- Richterliche Entscheidung in Asbest-Verfahren im Halbjahr 2003
Der heimische Feuerfestkonzern RHI schließt ein erneutes Engagement auf dem US-Markt nicht aus, nachdem das Rohstoffunternehmen im Jänner 2002 im Zuge des Asbest-Debakels seine US-Beteiligungen entkonsolidierte. "Alleine in den USA werden jährlich Feuerfest-Produkte im Wert von 1,9 Mrd. Euro nachgefragt", begründete RHI-Vorstand Andreas Meier das Interesse vor Journalisten am Bergbaustandort Breitenau. Eine Restrukturierung des US-Geschäfts sei jedoch erst nach einer endgültigen richterlichen Entscheidung im Asbest-Verfahren möglich. Diese werde in der ersten Jahreshälfte 2003 erwartet.
"Mit unserer provisorischen Vertriebsgesellschaft in den USA machen wir derzeit ohne größeren Aufwand monatlich rund 3 Mill. Dollar (3,08 Mill. Euro) Umsatz zu sehr guten Konditionen. Ein Umsatz von etwa 250 Mill. Dollar sei auf dem US-Markt durchaus möglich, da man dort schon früher rund 500 Mill. Dollar umsetzte", meinte Meier. Ein neuerlicher Einstieg bei den ehemaligen US-Beteiligungen - sie werden derzeit nach Chapter 11 provisorisch weitergeführt - sei daher eine "reine Preissache".
Seiner Ansicht nach habe die RHI als Profi im Feuerfestbereich gute Chancen, nach Beendigung des Rechtsstreits bei den entkonsolidierten Gesellschaften einzusteigen, da andere Investoren bei der derzeitigen Konjunktur möglicherweise zurückschrecken. "Der Rückzug aus den USA ist der einzig richtige Weg gewesen. Ursprünglich gingen wir von 120.000 Klagen zu je 1.500 Dollar aus. Am Schluss waren es 450.000 Kläger, die durchschnittlich etwa 4.000 Dollar forderten", erklärte Meier.
"Ära Obermeier"
Nach dem "riesigen Vertrauensverlust" aus der "Ära Obermeier" (Georg Obermeier war im November 2001 als Konzernchef abgelöst worden) sei es nun wichtig, die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass der Rest des RHI-Geschäfts gesund sei. Der Konzern hat seinen Schuldenstand durch eine finanzielle Restrukturierung, durch operative Gewinne sowie die Ausgabe einer Wandelanleihe auf derzeit rund 430 Mill. Euro reduziert - noch zu Jahresende 2001 saß der Konzern auf dem enormen Schuldenberg von 1,07 Mrd. Euro.
Gute Chancen rechne sich RHI auch auf dem chinesichen Markt aus. "Steigerungen von 30 Prozent sind in China durchaus möglich", sagte Meier. Aber auch in den GUS-Staaten könne man die Umsätze noch um 15 bis 20 Prozent anheben, meinte der Vorstand des Feuerfest-Bereichs.
"Contract Business
"Contract-Business" heißt die neue Zauberformel bei RHI. Das bedeutet, dass der Feuerfestlieferant den Feuerfest-Bereich seiner Stahlkunden als "Full-Service-Lieferant" übernimmt - Stahlkonzerne ersparen sich damit ihre eigene Feuerfest-Abteilung.
Der Vorteil für die Kunden liege in der leichten Kalkulation der Kosten. Abgerechnet werde nämlich nicht nach der Menge der gelieferten Feuerfest-Produkte, sondern nach der Menge des in einer Zeiteinheit produzierten Stahls. "Die Donawitzer voestalpine als Contract-Kunde in Österreich zahlt für Feuerfest-Produkte einen Fixpreis von rund 4 Euro pro Tonne Fertigstahl. Bei einem jährlichen Ausstoß von 1,250 Millionen Tonnen entspricht dies einem Erlös von 5 Mill. Euro", erklärt RHI-Sprecher Volkmar Weilguni. Mit dem "Contract-Geschäft" solle die Nähe zum Kunden verbessert werden. Außerdem werde so die Wertschöpfungskette der RHI erweitert.
Dalai Lama in Österreich10:26
Keine Angst vor ChinaAußenministerium reagiert auf Chinas Empörung betont gelassen
Michael Schumacher18:02
"Der alte Hund"Niki Lauda zog seine rote Kappe vor dem Deutschen. Seine Pole fand er "sensationell".
Mordalarm in Wien12:03
Zu Tode geprügeltMann sagte nach Schlägerei bei der Polizei aus - nun folgte die Rache

