HypoVereinsbank bestimmt Nachfolger
- Schlechte Zahlen werden erwartet
- Rampl Eindeutiger Favorit für Schmidt-Nachfolge
Inmitten der schwersten Bankenkrise will die bayerische HypoVereinsbank (HVB) in dieser Woche einen Nachfolger für Konzernchef Albrecht Schmidt bestimmen. Der Vorstand werde sich aller Voraussicht nach am Dienstag mit der Nachfolgefrage beschäftigen, hieß es am Wochenende in Finanzkreisen. Einen Tag später solle die Entscheidung nach einer Aufsichtsratssitzung bekannt gegeben werden. Als Favorit gilt inzwischen eindeutig Firmenkunden-Vorstand Dieter Rampl.
Zugleich will das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut - in Österreich Mutter der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) - am Mittwoch als erste der deutschen Großbanken die Zahlen für das dritte Quartal vorlegen. Analysten rechnen operativ wieder mit roten Zahlen.
HypoVereinsbank-Vorstandssprecher Schmidt will spätestens nach der Hauptversammlung im kommenden Mai in den Aufsichtsrat wechseln und dort den Vorsitz übernehmen. Dem Konzernvorstand der HVB in München gehört seit der Fusion auch BA-CA-Generaldirektor Gerhard Randa an.
Nachfolger ist "schon an Bord"
Bisher war unklar, wann die Nachfolge-Entscheidung fällt. Schmidt selbst betonte stets: "Der Nachfolger ist schon an Bord." Als neuer Konzernchef gehandelt wurden neben Rampl auch Finanzmarkt-Vorstand Stephan Bub und Stefan Jentzsch, der für das Vermögensmanagement zuständig ist. Mittlerweile läuft alles auf Rampl zu. "In stürmischen Zeiten setzt man gerne auf Bewährtes", verlautete aus dem Unternehmen.
Der 55-Jährige hatte seine Karriere schon 1968 bei der damaligen Vereinsbank gestartet. Nach einem Gastspiel bei der BHF-Bank kehrte er 1994 an die Isar zurück. Das wichtige Firmenkundengeschäft brachte er erfolgreich auf Vordermann. "Er hat dort aufgeräumt und sich von vielen Leuten getrennt und ist trotzdem im Unternehmen anerkannt und beliebt geblieben", sagt ein Branchenkenner. Rampl sei ein Urgestein, wie sie derzeit in der Wirtschaft gebraucht würden. Auch die "Süddeutsche Zeitung" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" sahen Rampl am Wochenende in der Favoritenrolle.
Schwache Quartalszahlen erwartet
Auf den neuen Vorstandssprecher wartet viel Arbeit. Die Quartalszahlen werden, wie bei den Konkurrenten auch, wieder schwach ausfallen. Wegen ihres riesigen Kredit-Portfolios ist die HypoVereinsbank stark von der Konjunkturflaute betroffen. Zudem bringen Spekulationen über eine Übernahme der Commerzbank zusätzliche Unruhe in die Bank. "Eine Fusion mit der Commerzbank wird es in den kommenden Monaten aber mit Sicherheit nicht geben", wurde in Unternehmenskreisen bekräftigt.
Sollte sich Rampl durchsetzen, könnten wohl auch Jentzsch und Bub mit dieser Entscheidung leben. Gerade Jentzsch galt als Geheimfavorit. Sein neu formiertes Geschäftsfeld gilt als gut aufgestellt, wegen seiner unprätentiösen Art ist er bei den Mitarbeitern beliebt. Der frühere Goldman Sachs-Partner würde als Chef nach Einschätzung von Beobachtern zu radikaleren Maßnahmen greifen, um die Profitabilität zu verbessern. Doch in der derzeitigen Lage wäre die Bank mit einer solchen Lösung möglicherweise überfordert. Da Rampl wohl nur eine Amtszeit an der Spitze der Bank stehen würde, könnte der 41-jährige Jentzsch auch dann noch gut seine Nachfolge antreten, hieß es.
Dalai Lama in Österreich10:26
Keine Angst vor ChinaAußenministerium reagiert auf Chinas Empörung betont gelassen
Michael Schumacher18:02
"Der alte Hund"Niki Lauda zog seine rote Kappe vor dem Deutschen. Seine Pole fand er "sensationell".
Mordalarm in Wien12:03
Zu Tode geprügeltMann sagte nach Schlägerei bei der Polizei aus - nun folgte die Rache

