Freitag, 18. Oktober 2002

Altersteilzeit: Schon 19.004 Personen betroffen

  • Weiterhin ungebremster Anstieg

Weiterhin steil ansteigend ist der Zulauf zur Altersteilzeit. Ende September waren es bereits 19.004 Personen, die diese Möglichkeit in Anspruch nahmen, geht aus den jüngsten Daten des Arbeitsmarktservice (AMS) hervor. Zu Beginn dieses Modells im Jänner 2000 hatten lediglich 24 Personen Altersteilzeit beantragt.

Das Modell der Altersteilzeit läuft vorläufig bis Ende 2003. Ob es eine Verlängerung geben wird, hängt einerseits von der Finanzierbarkeit der Maßnahme ab, andererseits auch vom Ausgang der vorgezogenen Wahlen am 24. November 2002. Allerdings gab es bisher im Wahlkampf keine Partei, die die Abschaffung der Altersteilzeit forderte. Es könnte aber zu Adaptierungen kommen.

Im Jahr 2000 hatte die Altersteilzeit noch lediglich 6,26 Millionen Euro gekostet, 2001 schnellten die Ausgaben auf 69,4 Millionen Euro hinauf und heuer sind es bis August bereits 172,73 Millionen Euro (2,38 Milliarden Schilling). Insgesamt wird von Juni 2002 bis Ende 2008 mit Gesamtkosten von 806,22 Millionen Euro (11,09 Milliarden Schilling) gerechnet.

Die Altersteilzeit sieht vor, dass Frauen ab dem 50. und Männer ab dem 55. Lebensjahr eine Reduktion ihrer Arbeitszeit bis auf 40 Prozent vereinbaren können. In diesem Fall wird der Lohn zwar ebenfalls auf bis zu 40 Prozent reduziert, allerdings gibt es bis zum Gang in die Frühpension vom AMS die Hälfte der Differenz auf den bis dahin bezahlten Lohn zusätzlich ausbezahlt. Bei 40 Prozent Arbeit käme man dann auf maximal 70 Prozent des ursprünglichen Gehalts, bei 50 Prozent Beschäftigung auf 75 Prozent und bei 60 Prozent Arbeit auf höchstens 80 Prozent des Lohnes.

Allerdings wird die Summe von reduziertem Gehalt und AMS-Beitrag mit der Höhe der Höchstbeitragsgrundlage gedeckelt, derzeit sind das 3.270 Euro (45.000 Schilling). Konkret bedeutet dies, dass heute bei einem Bruttogehalt von 4.360 Euro (60.000 Schilling) und einer 50-Prozent-Regelung die 75 Prozent des Ursprungsgehalts fast zur Gänze ausbezahlt werden: Die Hälfte der 4.360 Euro, 2.180, plus die Hälfte der restlichen 2.180 Euro, 1.090, vom AMS - zusammen käme der Betroffene damit auf die 3.270 Euro.

Jemand, dessen Bruttogehalt über den 3.270 Euro liegt, erhält also prozentmäßig entsprechend weniger. Wenn also jemand bisher 6.540 Euro brutto verdient und auf 50 Prozent der Arbeitszeit reduziert, gibt es keinen AMS-Beitrag mehr.

18.10.2002 11:27