AMS: 320.000 Arbeitslose im Winter
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AMS-Chef Herbert Buchinger malt die unmittelbare Zukunft des Arbeitsmarktes in schwarzen Farben. Die neue Regierung wird sich, so meint er, entscheiden müssen: Zwischen einem stabilen Haushalt und einer Arbeitslosigkeit von 320.000 in diesem Winter.
Die magische Grenze von 300.000 Arbeitslosen im heurigen Winter wird nicht nur erreicht, sondern deutlich überschritten, schätzt Arbeitsmarktservice-Chef Herbert Buchinger im Wirtschaftsblatt. "Im Jänner werden wir 315.000 bis 320.000 Arbeitslose haben". Das lasse sich aus den monatlichen Zuwächsen und den Vergleichswerten zum Vorjahr ableiten - und wäre ein neuer Rekord in der zweiten Republik.
Abbau von weniger qualifizierten Mitarbeitern
Am stärksten betroffen bleiben die Baubranche und der Produktionsbereich. "Diese Sparten leiden besonders unter der schwachen Konjunktur. Und die Erholung findet offensichtlich nur sehr, sehr schleppend statt." Abgebaut werden weiterhin primär schlecht qualifizierte Mitarbeiter, sagt Buchinger.
Auf die Frage, ob und wie eine neue Regierung diesem Trend entgegenwirken könnte, meint der AMS-Chef: "Man wird sich vor allem entscheiden müssen, was das dringlichste Problem ist: Die Stabilität des Haushalts oder die Arbeitslosigkeit." Beides werde man zumindest kurzfristig nicht unter einen Hut bringen, deutet er eine massvolle Neuverschuldung an, wenn die Politik unter die 300.000erMarke kommen will.
800 Mio. € für Schulungen
Zwar habe die schwarz-blaue Koalition über die Freigabe der Arbeitsmarktreserve zusätzliche Mittel vor allem für die Jugendbeschäftigung zur Verfügung gestellt, das Programm würde aber maximal 5000 Personen aus der Statistik verschwinden lassen. Der Anstieg im erwarteten Ausmass ist damit nicht abzufangen.
Kurzfristig ist der hohen Arbeitslosigkeit nur mit dem Ausbau der aktiven Arbeitsmarktpolitik, sprich weiteren Kursen, beizukommen, ist Buchinger überzeugt. Rund 800 Millionen € wären dafür nötig - etwa um 2003 bei den Erwachsenen ein ähnliches Qualifizierungsprogramm zu fahren wie jetzt bei den Jungen.
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