Donnerstag, 17. Oktober 2002

DAX gewinnt neuerlich mehr als 5 Prozent

  • Nokia-Ergebnisse beflügeln Leitbörsen
  • SAP überrascht Analysten mit deutlichem Gewinnplus

Die Leitbörsen in Europa haben am Donnerstag im frühen Handel deutlich zugelegt. Um 12:15 Uhr MESZ notierte der DAX in Frankfurt mit 3.168,58 Punkten, das entspricht einem Plus von 159,65 Einheiten oder 5,31 Prozent. In London stieg der FT-SE-100 102,7 Einheiten oder 2,53 Prozent auf 4.160,4 Zähler.

Auch die Märkte in Paris und Zürich bewegten sich im positiven Terrain. Zum oben genannten Zeitpunkt lag der CAC-40 Index bei 3.196,55 Punkten und damit 128,85 Einheiten oder 4,20 Prozent im Plus. Der SPI notierte mit 3.500,45 Zählern oder einem Aufschlag von 83,90 Einheiten oder 2,46 Prozent. Der die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 stieg 113,02 Einheiten oder 4,62 Prozent auf 2.557,87 Punkte.

Beflügelt von positiven Unternehmensergebnissen im Technologiesektor zeigten sich Europas Leitbörsen, in den ersten Handelsstunden, mit kräftigen Kursgewinnen. Händler erwarten auch für den weiteren Verlauf ein Anhalten der positiven Stimmung. Neue Impulse versprechen eine Vielzahl an US-Konjunkturdaten, die ab 14:30 Uhr MESZ zur Veröffentlichung anstehen.

Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia (plus 8,39 Prozent auf 16,80 Euro) hat im dritten Quartal mehr verdient als von Analysten erwartet. Der Quartalsgewinn liege auf bei 1,245 (Vorjahr 1,068) Mrd. Euro, teilte der Konzern mit. Der Gewinn je Aktie betrage 0,18 Euro. Analysten hatten mit 0,17 Euro Gewinn je Aktie gerechnet. Der von Nokia auf 7,224 Mrd. Euro bezifferte Umsatz lag leicht unter der Prognose von 7,273 Mrd. Euro.

Auch der deutsche Softwarekonzern SAP sorgte Euphorie an den Märkten. So gelang es dem Unternehmen im dritten Quartal die Prognosen der Analysten deutlich zu übertreffen. Beim Quartalsüberschuss verzeichnete der Konzern im Vergleich zum Vorjahresabschnitt ein Plus in Höhe von 165 Mill. Euro auf 202 Mill. Euro (Vorjahr: 37 Mill. Euro). Das entspricht einem Gewinn je Aktie von 0,65 Euro nach 0,12 Euro im Vorjahr. Die Aktien schossen um 21,49 Prozent auf 66,94 Euro empor.

Unter den Technologiewerten konnten auch Infineon mit einem Plus von 11,87 Prozent auf 7,73 Euro bzw. Getronics (plus 23,75 Prozent auf 0,99 Euro) deutlich zulegen. Cap Gemini verteuerten sich um 16,67 Prozent auf 21,00 Euro nachdem das Unternehmen die für das zweite Halbjahr geplante operative Marge bekräftigte. "Der Analystenkonsens liegt unter der Unternehmensprognose und der Markt realisiert nun, dass Cap Gemini die Kosten schneller senkt, als der Umsatz sinkt", erklärte Morgan Stanley.

Auf Grund der deutlichen Verkaufszuwächse vor allem in den USA wird der Autobauer DaimlerChrysler sein diesjähriges Umsatzziel übertreffen. "Durch die insgesamt höher als erwarteten Absatzzahlen wird auch der Umsatz für das Gesamtjahr höher ausfallen als wir ihn bisher in der Ursprungsplanung hatten", sagte Finanzvorstand Manfred Gentz. Außerdem rechnet das Unternehmen nicht mit einem Verkauf des Anteils der Deutschen Bank. Die Aktien gewannen bis dato 6,84 Prozent auf 37,49 Euro.

Finanzwerte profitierten bis dato von sehr guten Drittquartalsergebnissen von Prudential. Das britische Unternehmen überraschte mit einer deutlichen Steigerung im Neukundengeschäft und positiven US-Umsätzen. Prudential verteuerten sich um 7,57 Prozent auf 469 Pence. Auch Schweizer Finanztitel zogen deutlich an. So verteuerten sich Credit Suisse um 5,36 Prozent auf 27,5 Franken und Swiss Re um 5,88 Prozent auf 1.800 Franken.

Die Zulassung des Hepatitis-C-Wirkstoffs "Pegasys" veranlasst Lehman Brothers, die Schätzung für den Kapitalwert des schweizerischen Pharma-Unternehmens Roche um fünf Prozent zu erhöhen. Lehman erwartet mit dem Mittel Lizenzumsätze von einer Mrd. Dollar je Jahr. Wichtig sei jedoch auch die Zulassung zur Kombinationstherapie, über die im Dezember entschieden wird, hieß es. Roche verteuerten sich um 2,64 Prozent auf 106,75 Franken.

17.10.2002 09:51