Mittwoch, 16. Oktober 2002

Gewerkschaften bangen um 280.000 Arbeitsplätze

  • Sorge wegen Auswirkungen der Fiat-Krise und Sparmaßnahmen im Budget 2003

Die italienischen Gewerkschaften schlagen wegen der Entwicklung des Arbeitsmarktes in Italien Alarm. Die kombinierten Effekte des Stellenabbaus bei der Turiner Autogruppe Fiat, des schwachen Wirtschaftswachstums und der im Haushaltsgesetz 2003 enthaltenen Sparmaßnahmen gefährden 280.000 Arbeitsplätzen, betonte der Chef des Gewerkschaftsverbands CGIL, Guglielmo Epifani, am Mittwoch.

Sollte Fiat seinen Umstrukturierungsplan nicht revidieren, der die Kürzung von 8.100 Arbeitsplätzen vorsieht, sei mit verheerenden Effekte auf die Zuliefererindustrie zu rechnen, die von Italiens größter Privatgruppe lebe. Allein in diesem Bereich seien 50.000 Arbeitsplätze gefährdet. Am Mittwoch legte die Belegschaft der von der Sperrung bedrohten Fiat-Werken in Termini Imerese (Sizilien) erneut die Arbeit nieder.

Alarm löste auch die Lage im Bankensektor aus. Die tiefgreifende Umstrukturierung, die einige der größten Geldhäuser des Landes wie Intesa BCI planen, werde im kommenden Jahr 20.000 Arbeitsplätze kosten. Hinzu müsse man mit den Sparmaßnahmen rechnen, die die Regierung im Rahmen des Haushaltsgesetzes 2003 plane.

Um das Defizit zu sanieren, plant das Kabinett von Silvio Berlusconi die Einfrierung der Neueinstellungen in der öffentlichen Verwaltung. Vor allem das Schulwesen ist davon betroffen. 100.000 Arbeitsplätzen sollen somit in der öffentlichen Verwaltung eingefroren werden, schätzen die Gewerkschaften.

16.10.2002 15:24