Streik gegen DaimlerChrysler in Kanada vermieden
- Einigung auf dreijährigen Tarifvertrag
Ein drohender Streik von rund 13.000 Arbeitern in den kanadischen DaimlerChrysler-Fabriken ist am Dienstag gegen Mitternacht buchstäblich in letzter Sekunde abgewendet worden. DaimlerChrysler Canada und die kanadische Automobilarbeiter- Gewerkschaft CAW (Canadian Auto Workers) einigten sich auf einen vorläufigen dreijährigen Tarifvertrag.
Der neue dreijährige Tarifvertrag muss noch endgültig ausgehandelt werden, da es noch einige offene Fragen gibt. Die kanadischen DaimlerChrysler-Beschäftigten sollen am Wochenende darüber abstimmen. Der Tarifvertrag richtet sich in wirtschaftlicher Hinsicht nach den bereits mit General Motors und Ford in Kanada getroffenen neuen Tarifvereinbarungen. Die Arbeitnehmer erhalten in den ersten zwei Jahren jeweils drei Prozent Lohnerhöhung und im dritten Jahr zwei Prozent mehr Lohn. Hinzu kommen ein Abschlussbonus von 1000 kanadischen Dollar sowie weitere Leistungen. Fließband-Arbeiter verdienen bisher rund 27,70 kanadische Dollar pro Stunde.
DaimlerChrysler hat jedoch im Hauptstreitpunkt der Tarifverhandlungen, der Sicherung von Arbeitsplätzen, in letzter Sekunde Konzessionen gemacht. Das Unternehmen will Neuinvestitionen im Raum Windsor (Provinz Ontario) vornehmen. Hierdurch sollen gegen Ende 2005 in dem Gebiet in erheblichem Umfang neue Arbeitsplätze geschaffen werden, kündigte der Präsident von DaimlerChrysler Canada, Ed Brust, an. Weder er noch Gewerkschaftspräsident Buzz Hargrove machten nähere Angaben. Außerdem sollen im kommenden Jahr mit der Einführung des neuen Automodells Chrysler Pacifica sowie Modelländerungen bei den Minivans 660 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
Die Gewerkschaft wollte 1100 Arbeitsplätze sichern, die durch die geplante Schließung einer Autofabrik in Windsor (Provinz Ontario), im Sommer nächsten Jahres wegfallen sollten. Dort werden Dodge-Ram-Vans gebaut. DaimlerChrysler verfügt in Windsor über ein weiteres Werk und hat in Brampton (Ontario) eine Pkw-Fabrik. Außerdem werden in Kanada in verschiedenen Betrieben Autoteile produziert.
Einige Chrysler-Modelle werden nur in Kanada gebaut, doch hat die CAW nicht den gleichen Einfluss auf DaimlerChrysler wie auf General Motors und Ford, die dort viel mehr produzieren. Außerdem hatte DaimlerChrysler wegen der schwachen Nachfrage nach den in Kanada gefertigten Modellen bereits mehrwöchige Produktionsunterbrechungen eingeplant, so dass die Streikdrohung der CAW nicht so wirksam war.
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