AK-Salzburg: Freie Dienstverträge abschaffen!
- Plus: Rechtliche Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten
"Die ständig steigende Zahl von freien Dienstverträgen ist" für die Arbeiterkammer Salzburg "eine systematische Unterwanderung der sozialpartnerschaftlichen Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte. Die AK will einen einzigen Typ von Arbeitsvertrag für alle Menschen, die arbeiten".
Das sagte Alexander Böhm, Präsident der Salzburger Arbeiterkammer bei einem Pressegespräch in Salzburg. Ziel der AK sei, diese für den Arbeitnehmer nachteiligen Verträge an die normalen Dienstnehmerverträge anzupassen und damit de facto abzuschaffen.
Nachteile für Arbeitnehmer
Wie viel der gesamten Arbeit im Bereich Dienstleistungen und zunehmend auch im Handel von so genannten freien Mitarbeitern geleistet wird, das könne im Einzelnen nicht ausgerechnet werden, sagte Böhm. Insgesamt seien aber rund ein Drittel aller Dienstverträge bereits atypisch (das inkludiert allerdings auch die Teilzeitverträge, Anm.).
Mitarbeiter werden ausgenutzt
"Es ist wirklich nicht einzusehen, warum man von der Mitarbeiterin einer Putzfirma verlangt, einen eigenen Besen zu kaufen und das unternehmerische Risiko mitzutragen. Dasselbe gilt für Lastwagenfahrer, die sich den Lkw leasen müssen, bei den Aufträgen vom eigentlichen Unternehmer abhängig bleiben und am Ende deutlich weniger auf dem Konto haben als ein normaler Angestellter," so Böhm kämpferisch.
Gemeinsam sei all diesen freien Dienstverträgen, dass der Arbeitnehmer das Recht auf Kündigungsschutz, 13. und 14. Monatsgehalt, Überstunden und dergleichen verliere, sonst meist aber dieselbe Leistung zu erbringen habe.
Hälfte der Verträge "faul"
Die AK berät jährlich 8.000 Arbeitnehmer persönlich und 26.000 telefonisch. Rund die Hälfte aller Verträge, die die AK dabei unter die Lupe nimmt, "sind faul, beinhalten also für den Arbeitnehmer ungesetzliche oder zumindest unfaire Klauseln", so Böhm. Das Problem sei, dass viele Verträge zu kompliziert seien und viele Arbeitnehmer zu sorglos unterschreiben würden.
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