Dienstag, 15. Oktober 2002

Einsatz ausländischer "Praktikanten" bei den Frächtern

  • Für SPÖ-Driemer Vorschub für Sozialdumping
  • Details zur Praktikanten-Praxis im KASTEN rechts!

Deutliche Kritik an der Absicht von Wirtschafts- und Arbeitsminister Bartenstein, in Zukunft für den Einsatz von sogenannten "Praktikanten" auch aus der Slowakei und Slowenien die Bewilligung zu erteilen, übte Dienstag der Wiener SPÖ-Gemeinderat Johann Driemer. "Wie die bisherigen Praxis mit diesen Praktikanten aus Ungarn bei den Frächtern zeigt, wird damit nichts anderes als Vorschub zum Sozialdumping betrieben".

Der Mandatar forderte die "sofortige Beendigung dieses Beschäftigungsskandals".

Statt sich als Arbeitsminister für die Interessen der heimischen ArbeitnehmerInnen vordringlich einzusetzen und wo immer möglich, Maßnahmen im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zu ergreifen, unterstütze Minister Bartenstein offensichtlich viel lieber die Frächterlobby und gefährde dadurch heimische Arbeitsplätze, vermutet Driemer.

Die Praktikanten-Praxis im Frachtgewerbe unterlaufe zudem selbst die viel zu späten und unzulänglichen Maßnahmen des Ministers gegen die Rekordarbeitslosigkeit in Österreich. "Bartenstein beweist, dass für ihn die Anliegen der ArbeitnehmerInnen zweitrangig sind".

Bartenstein: Berufserfahrung und Sprachkenntnisse
Bartenstein verteidigt sich, die Praktikanten könnten durch ihre Tätigkeit als LKW-Fahrer ohne Aufenthaltsgenehmigung ihre beruflichen Fähigkeiten verbessern und die deutsche Sprache erlernen. Für Driemer sind das Schutzbehauptungen.

Frächter-Skandal geht weiter
Erst zu Beginn des Jahres hat eine Frächter-Skandal in Österreich für großes Aufsehen gesorgt und die heimische Transportwirtschaft in eine schiefes Licht gerückt. In dem damaligen Skandal rund um den niederösterreichischen Transportunternehmer Karl Kralowetz ging es vor allem um Fahrer aus dem Osten und Lkw, die auf Grund günstigere Bedingungen in Luxemburg angemeldet wurden. Bei zahlreichen anderen Firmen wurden damals außerdem aufgedeckt, dass etliche Fahrer mittels "illegaler Gewerbescheine zur Umgehung von Konzessionen" als Scheinselbstständige für die Frächter beschäftigt wurden. Mehr als 200 Klagen sind nach wie vor im Laufen.

15.10.2002 11:35