Montag, 14. Oktober 2002

ÖBB-Vorstand fordert "Ende der Störaktionen"

  • Lokführer seien ausreichend vorhanden

Der Vorstand der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) hat nach dem Abbruch der Gespräche durch die Gewerkschaft ein "sofortiges Ende der Störaktionen" gefordert. Die Vorwürfe der Arbeitnehmervertreter hinsichtlich der Überstunden weist die Unternehmensführung zurück. Die geforderte Rücknahme des geplanten Strukturpakets bezeichnet sie als "kontraproduktiv". Die Gewerkschaft könne sich "den notwendigen Reformen nicht verschließen", so der Vorstand am Montag in einer Aussendung.

"Die Gewerkschaft hat uns ihre Fragen erläutert, die wir unsererseits im Gespräch sofort klären konnten", so der Vorstand. Die Vorgehensweise der Gewerkschaft, zuerst, "ohne die Fragen gestellt zu haben", die Lokführer aufzurufen, keine Überstunden zu leisten und "nun die Gespräche einseitig zu beenden", sei "unverständlich". Die Vorgangsweise der Gewerkschaft gehe "zu Lasten der Kunden, des Unternehmens und seiner Mitarbeiter", kritisiert die Unternehmensführung.

Pro Jahr würden in den ÖBB rund 200 Lokführer neu ausgebildet, der Bedarf an qualifiziertem Personal sei damit gedeckt, die Zahl der Lokführer bleibe damit annähernd gleich. Außerdem ermögliche entgegen der Kritik der Gewerkschaft die Diensteinteilung der Lokführer im Schnitt zwei Tage Freizeit pro Woche. Das Recht auf einen freien Arbeitstag pro Woche sei durch das Dienstrecht gegeben. Die von den Mitarbeitern geleisteten Überstunden seien "für ein Dienstleistungsunternehmen wie die ÖBB wichtig und nötig" und würden "im gesetzlichen Rahmen und entsprechend der Arbeitnehmerschutzbestimmungen durchgeführt", so der Vorstand weiter.

Zur Forderung der Gewerkschaft nach Rücknahme des geplanten Strukturpaketes meinte der Vorstand: "Die Gewerkschaft hat in den vergangenen Tagen ständig neue Themen angesprochen, die als Begründung für ihre Aktionen dienten". Nur so lasse sich das "plötzliche Auftauchen" dieser Forderung erklären. Die ÖBB würden jedenfalls "alles daran setzen, um die nötigen Strukturen zu schaffen, dass im vollliberalisierten Markt das Unternehmen ÖBB wettbewerbsfähig und zukunftsorientiert handeln kann", hieß es in der Aussendung.

14.10.2002 14:37