Zwei Österreicher als Bondscoach
- ÖFB-Team gegen die Niederlande mit positiver Bilanz
- Von den letzten vier Spielen verlor Österreich nur das letzte
Bemerkenswert. Der Europameister 1988 und zweifache Vize-Weltmeister Niederlande (1974, 1978) zählt zu jenen Mannschaften, gegen die Österreichs Fußball-Nationalteam mit sechs Siegen, vier Remis und vier Niederlagen (Torverhältnis 19:21) in 14 Spielen eine positive Bilanz aufweist. Und das nicht nur dank der Erfolge in längst vergangenen Zeiten. Von den jüngsten vier Duellen mit den Oranjes verlor Österreich bei zwei Siegen und einem Remis nur das bisher letzte. Und: Österreich prägte die Geschichte der Holländer nicht unwesentlich mit.
Am Mittwoch (16.10.) kommt es im Wiener Ernst Happel-Stadion erstmals auch in der EM-Qualifikation zu einem Duell. Vielleicht ein gutes Omen: Von den bisher vier WM-Ausscheidungsspielen haben die Rot-Weiß-Roten bei zwei Auswärtsremis zwei Heimsiege gefeiert.
Letztes Spiel 2:3 verloren
Beim letzten Aufeinandertreffen am 25. Mai 1992 musste sich die damals von Ernst Happel betreute ÖFB-Auswahl freundschaftlich in Sittard mit 2:3 geschlagen geben. Rijkaard (23.), Bergkamp (30.) und Gullit (86.) bzw. Polster (31.) und der eingewechselte und eingebürgerte Niederländer Frankie Schinkels (90.) erzielten die Tore.
Höchste Niederlage 1978 in Cordoba
Ausgerechnet Ernst Happel, der ja als Trainer von Feyenoord Rotterdam den Europacup der Landesmeister und den Weltpokal gewonnen hatte, stand auf der Kommandobrücke der Oranjes, als diese bei der WM-Endrunde 1978 die Österreicher unter Helmut Senekowitsch mit einem 5:1 in Cordoba aus allen Träumen rissen. Pezzey, Prohaska, Hickersberger, Krankl und Co waren den konterstarken Gegnern ins offene Messer gelaufen. Brands, Rensenbrink (Elfer), Rep 2 und Willy van de Kerkhof trafen für die Oranjes, Obermayer gelang das Ehrentor zur bisher höchsten Niederlage gegen die Niederländer.
Fast Weltmeister mit dem "Wödmasta"
Ernst Happel, seit seiner aktiven Zeit auch als "Wödmasta" tituliert, wäre nur etliche Tage später fast Weltmeister geworden, doch Rensenbrink traf im WM-Finale beim Stande von 1:1 in der 90. Minute nur die Stange. In der Verlängerung setzte sich dann Gastgeber Argentinien mit 3:1 durch. Die Österreicher ihrerseits rehabilitierten sich eine Woche nach dem 1:5 mit dem legendären 3:2 gegen Deutschland bei den Krankl-Festspielen am gleichen Schauplatz.
1:0 und 1:1 in der WM-Quali
Den Österreichern gelang am 14. November 1984 in der WM-Qualifikation mit dem 1:0 im Hanappi-Stadion (Eigentor von Valke) im letzten Teammatch unter Erich Hof die (kleine) Revanche. Im Rotterdamer Rückspiel (Teamchef Branko Elsner) schafften 1985 die Gäste, für die Walter Schachner traf, ein 1:1. Als Vorbereitung für die WM-Endrunde 1990 schlugen die Hickersberger-Schützlinge die mit all ihren Stars angetretenen Holländer in Wien nach einer 3:0-Führung freundschaftlich mit 3:2, was nicht nur deren Teamchef Leo Beenhakker verärgerte. Pecl (Kopf), Zsak und Pfeffer (Kopf) hießen die nicht gerade erwarteten Torschützen der Sieger bei Gegentreffern von Ronald Koeman (Freistoß) und Van Basten (Kopf). Für die Revanche sorgten dann die von Rinus Michels dirigierten Oranjes zwei Jahre später in Sittard.
Happel und Merkel coachten die Holländer
Nicht nur Ernst Happel, sondern auch sein beinharter Verteidigerkollege bei Rapid, Max Merkel, arbeitete als Bondscoach der Niederländer sehr erfolgreich. Von 1955 bis 1957 verlor der Wiener mit den Oranjes von 18 Spielen nur eines. Vor allem der 2:1-Erfolg gegen den damals regierenden Weltmeister Deutschland am 14. März 1956 in Düsseldorf durch zwei Tore von Lenstra wurde in den Niederlanden entsprechend gefeiert.
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