Sonntag, 20. Oktober 2002

Krisengipfel: Revolution gegen Ecclestone & Mosley?

  • Frank Williams: "Dürfen die Guten nicht bestrafen"

Eine Woche vor dem Londoner Krisen-Gipfel sind in der Formel 1 die Fronten noch einmal abgesteckt worden: Während Michael Schumacher und seine Mitstreiter am Wochenende im Autodromo Santa Monica di Misano von den Fans bei den Ferrari-Days mit südländischer Begeisterung gefeiert wurden, brodelt es im PS-Zirkus. Hinter den Kulissen wird weiter auf Crash-Kurs gefahren. Nach Informationen des Magazins "Focus" soll es am 28. Oktober bei dem Treffen der Motorsport-Funktionäre sogar eine Palast-Revolution gegen Formel-1-Chef Bernie Ecclestone und FIA-Präsident Max Mosley geben.

"Wir müssen aufpassen, dass wir jetzt nicht in Panik verfallen und alles anders machen wollen, was 50 Jahre gut funktioniert hat. Wir dürfen doch die Guten nicht bestrafen und die Schnelleren langsamer machen. Die Langsameren müssen einfach schneller werden. Das war immer die Herausforderung in der Formel 1", bezog Teamchef Frank Williams am Wochenende in einem Interview mit der "Bild am Sonntag" klar Stellung in Sachen Regeln. Allerdings hat die FIA ihren Reformvorstoß geschickt eingefädelt: Lediglich das sportliche Reglement soll geändert werden: 18 von 26 Stimmen würden Ecclestone und Mosley reichen.

Williams bangt um BMW
Frank Williams hat allerdings noch andere Sorgen. "Ich habe schon ein bisschen Angst, dass BMW sein eigenes Auto baut und uns nicht mehr braucht", sagte der 60-Jährige. Passend dazu meldete der "Spiegel", dass der Münchner Konzern, dessen Vertrag mit dem britischen Rennstall 2004 ausläuft, im Jahr 2005 im eigenen Wagen Ferrari jagen wollen. "Ich kann BMW jetzt schon sagen, dass ihr Auto nicht so gut sein wird wie unseres", sagte Williams.

Treffen der Funktionäre: Zündstoff garantiert
Um die Langeweile zu vertreiben, plädiert der erfahrene Rennstallbesitzer für "breitere Rennstrecken. Die Autos brauchen mehr Platz, dann kann man wieder besser überholen." Ein Wunsch, der schon bald Wirklichkeit werden wird: 2004 fährt die Formel 1 in Bahrein und Schanghai - beim Treffen der Funktionäre wird es deshalb auch um die Anzahl der Rennen in der übernächsten Saison gehen. Zündstoff genug.

Schumi als Olympiasieger?
Williams käme ein Formel-1-Rennen bei Olympia recht: "Das wäre klasse. Man müsste die sechs besten Fahrer alle in die gleichen Autos setzen - das wäre ein echtes Highlight. Statt WM-Punkte gibt es Gold, Silber und Bronze für die Piloten und die Konstrukteure." Schumacher als Olympiasieger?

Ferrari feierte in Misano
Der Kerpener landete eine Woche nach dem Ende seiner glorreichen Saison mit seinem Teamkollegen Rubens Barrichello, Teamchef Jean Todt und Ferrari-Boss Luca di Montezemolo im Helikopter in Misano, um dort für die Show zu sorgen. "Es war eine unvergessliche Saison, unglaublich schön und unglaublich erfolgreich", so Schumacher. Bei Bilderbuchwetter drehte der fünfmalige Weltmeister am Sonntag im Maserati einige Runden und wurde später für seine außergewöhnlichen sportlichen Erfolge ausgezeichnet. "Misano in Rot getaucht", schrieb die Zeitung "Il Mattino di Padova".

20.10.2002 15:06
Ergebnisse, WM-Stand, Team-Porträts