Mittwoch, 16. Oktober 2002

Debakel für Jennifer Capriati gegen Conchita Martinez

  • Angeschlagene US-Amerikanerin verliert 0:6,3:6

Jennifer Capriati, in der kommenden Woche die Nummer eins beim mit 585.000 Dollar dotierten Generali Ladies in Linz, musste sich am Mittwoch in Zürich bereits in der zweiten Runde glatt geschlagen geben. Die US-Amerikanerin unterlag der Spanierin Conchita Martinez sang- und klanglos 0:6,3:6, allerdings war Capriati durch eine Verletzung am linken Knöchel gehandicapt. Für Martinez, die in zwei Wochen Gegnerin des ÖTV-Fed-Cup-Teams im Halbfinale in Maspalomas ist, ist es der dritte Viertelfinal-Einzug in diesem Jahr.

Die auf Rang 47 zurück gefallene Martinez führte bereits 6:0,1:0, als sich Capriati am linken Knöchel behandeln ließ. Mit einem dicken Tape-Verband spielte sie weiter, auch wenn sie den linken Fuß nicht mehr voll belastete. Laut Information des WTA-Büros in Zürich soll der Start von Capriati in Linz aber nicht gefährdet sein. In der Pressekonferenz selbst äußerte sich Capriati vor allem im Hinblick auf das Masters: "Ich freue mich immer noch auf das Masters. Ich weiß jetzt noch nicht, was es für eine Verletzung ist, aber es tut weh", sagte Capriati. Im ersten Satz habe sie nichts gespürt, aber am Beginn des zweiten Satz habe es begonnen.

Ganz unabhängig davon findet Martinez aus österreichischer Sicht zum schlechtesten Zeitpunkt zu ihrer alten Form zurück. Schon in Runde eins hatte die 30-jährige Spanierin auch die zuletzt starke Schweizerin Myriam Casanova mit 6:4,6:3 ausgeschaltet. Martinez trifft nun auf die Siegerin aus Jelena Dokic (YUG) gegen Alexandra Stevenson (USA).

In Madrid hat Tim Henman, der auch noch auf einen Platz beim Masters-Cup in Shanghai hofft, einen herben Rückschlag in diesem Ansinnen erlitten. Der Brite musste sich schon in Runde zwei dem Thailänder Paradorn Srichaphan mit 6:3,3:6,3:6 geschlagen geben. Die Ausrede, die Henman hatte, ist aber wohl zu verständlich: Sein Frau Lucy ist hochschwanger und wird in den nächsten Tag das erste Kind der Familie Henman zur Welt bringen. "Es ist nicht einfach, sich auf das Tennis auf dem Platz zu konzentrieren, wenn du fühlst, dass es da zu Hause viel wichtigere Dinge gibt. Aber es soll keine Ausrede sein, denn Paradorn ist momentan einer der Besten."

16.10.2002 18:21