ÖSV-Langläufer mit gutem "Grip" in den WM-Winter
- Semperit will sich längerfristig als Sponsor engagieren

Mit noch besserem "Grip" wollen die ÖSV-Langläufer in der kommenden WM-Saison Spitzenplätzen im Weltcup und WM-Medaillen nachjagen. So soll der neue Teamsponsor Semperit der Mannschaft um die Olympioniken Christian Hoffmann und Michail Botwinow nicht nur finanziell unter die Arme greifen, sondern auch technisches Know-How liefern.
Die Problematik bei Reifen und Langlaufski sei ähnlich, betreffe vor allem Temperatur und Wasser, erklärte Günther Geislberger, der Verkaufsleiter der PKW-Sparte bei Semperit, im Rahmen der Vertragsunterzeichnung am Dienstagabend in Wien. ÖSV-Langlauf-Direktor Walter Mayer weiß um die Zusammenhänge bei der Wasserverdrängung, die "saugenden" Ski der Biathleten in der Olympia-Staffel waren ein leidvolles Beispiel. "Da könnten die Semperit-Techniker helfen", meinte Mayer.
"Blutbeutel-Skandal" ohne Folgen
Die so genannte Blutbeutel-Affäre bei den Olympischen Spielen, nach der Walter Mayer durch das IOC bis 2010 von Olympia ausgesperrt worden war - der Einspruch beim Obersten Sportgericht in Lausanne wird erst im Februar behandelt - hatte für das ÖSV-Team keine nachteiligen Folgen. Die bisherigen Sponsoren hielten die Treue, es kamen sogar neue hinzu.
Semperit, das eine Alternative zum Engagement im Motorsport suchte, will sich längerfristig engagieren. "Der Vertrag ist nicht zeitlich limitiert, unsere Zusammenarbeit ist auf Dauer ausgelegt", erklärte Martin Berg, der neue General Market Manager von Semperit Österreich. Eingeschlossen ist nicht nur das Sponsoring des Nationalteams, die Unterstützung erstreckt sich auch auf Nachwuchskader und den Vereinscup.
Mayer: "Ziel ist WM-Medaille"
Mayer selbst spürt vor allem von norwegischer Seite noch Ablehnung wegen der dort als Doping interpretierten Bestrahlung des Eigenblutes. Doch norwegische FIS-Funktionäre, die dem Salzburger beim FIS-Kongress in Portoroz den Zutritt zu einer Sitzung verweigern wollten, mussten sich schließlich entschuldigen.
"Jetzt wollen wir erst recht beweisen, was unsere Athleten können. Unser Ziel ist eine WM-Medaille", sagte Mayer. Das "kleine, feine Team" sei auf einem guten Weg. Während Hoffmann und Jürgen Pinter derzeit in Vuokatti im Tunnel und zum Teil schon im Freien auf Schnee trainieren, ziehen Gerhard Urain, Achim Walcher und Alexander Marent vorerst Ramsau vor, am 29. Oktober geht es gemeinsam mit Schneetraining nach Kiruna.
Dem ÖSV sind auch die Langläuferinnen ein Anliegen, ein Projekt (mit Unterstützung des Ministeriums) soll in fünf bis zehn Jahren Früchte tragen. Mayer: "Dann wollen wir eine Athletin haben, die wie früher Maria Theurl um Medaillen mitläuft."
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