Djukanovic-Block gewinnt Montenegros Parlamentswahl
- Absolute Mehrheit für Präsidenten: 39 von 75 Mandaten

Der Wahlblock von Präsident Milo Djukanovic hat bei den vorgezogenen Parlamentswahlen in der kleineren jugoslawischen Teilrepublik Montenegro die absolute Mehrheit gewonnen. Seine "Demokratische Liste für ein europäisches Montenegro" (Demokratische Partei der Sozialisten/DPS und Sozialdemokratische Partei/SDP) kann nach inoffiziellen Ergebnissen mit bis zu 39 der insgesamt 75 Mandate im Republiksparlament rechnen.
Damit hat Djukanovic seine Position gegenüber Belgrad bei den Verhandlungen über den künftigen gemeinsamen Staat "Serbien und Montenegro" gestärkt. Nach Auszählung von rund 70 Prozent der Stimmen, kam das pro-serbische Parteienbündnis "Gemeinsam für Veränderungen" (Sozialistische Volkspartei von Predrag Bulatovic und zwei kleinere gemäßigt nationalistische Parteien) auf 30, der Liberale Bund auf vier und eine Koalition der Albanerparteien auf zwei Mandate. Das gaben gemeinsam die unabhängigen Beobachtergruppen CEMI und CeSID am späten Sonntagabend in Podgorica bekannt.
Auch bei den Kommunalwahlen in der Hauptstadt und dem Adriaort Tivat führte eindeutig das Bündnis "Demokratische Liste für ein europäisches Montenegro". Jubelnde Anhänger von Djukanovic fuhren laut hupend in Autokolonnen durch die Hauptstadt und feuerten Freudenschüsse in die Luft. Erste offizielle Ergebnisse werden am Montag erwartet. Die Wahlbeteiligung lag bei 77 Prozent der 454.000 Wähler. Die vorgezogene Wahl wurde nach nur eineinhalb Jahren notwendig, weil die regierende Partei von Djukanovic im Parlament die Unterstützung des kleinen, konsequent nach Unabhängigkeit strebenden Liberalen Bundes (LS) verloren hatte.
Zuvor hatte Djukanovic auf starken internationalen Druck hin dem vorläufigen Erhalt einer losen Föderation mit Serbien zugestimmt. Damit hatte er einen neuen politischen Kurs eingeschlagen. Am Wahltag zeigte er sich zuversichtlich: "Ich erwarte, dass Montenegro schon morgen eine stabile, pro-europäische Regierung haben wird, die die Reformen in den kommenden vier Jahren fortsetzen wird", sagte er bei der Stimmabgabe. Predrag Bulatovic, der Chef der für den Erhalt des Bundes mit Serbien kämpfenden Parteienkoalition "Gemeinsam für Veränderungen" versprach den Wählern "echte Reformen".
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