Ahern appelliert: Müssen im Herzen Europas bleiben
- "Wenn Nizza stirbt, stirbt auch Kopenhagen"
Der irische Ministerpräsident Bertie Ahern hat seine Landsleute eindringlich aufgefordert, bei dem zweiten Referendum über den EU-Vertrag von Nizza mit Ja zu stimmen. Mit der Abstimmung entschieden die Iren auch darüber, ob sie ihren Platz "im Herzen Europas" behalten wollten, sagte Ahern am Mittwoch in Dublin.
Um die Iren von den Vorteilen der Erweiterung zu überzeugen, wandten sich am Mittwoch 23 bedeutende polnische Persönlichkeiten in einem offenen Brief in der irischen "Times" an die Bevölkerung: "Wir betrachten es als ein Kompliment, als 'die Iren des Ostens' bekannt zu sein", heißt es darin. "Wir alle bewundern Irland und seine Errungenschaften. Wir wollen Ihren außergewöhnlichen Erfolg wiederholen - aber dafür brauchen wir Ihre Hilfe." Unterschrieben hatten den Brief zahlreiche Künstler, Akademiker und Geschäftsleute sowie der frühere Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki und zwei ehemalige Außenminister.
"Wenn Nizza stirbt, stirbt auch Kopenhagen", meint ein EU-Diplomat in Anspielung auf den für Dezember geplanten Gipfel in der dänischen Hauptstadt, bei dem die Beitrittsverhandlungen für die zehn favorisierten Kandidatenländer abgeschlossen werden sollen. Auch der irische Präsident des Europaparlaments, Pat Cox, fürchtet die Folgen einer erneuten Ablehnung in Irland: "Der Nizza-Vertrag ist das gesetzliche und politische Rahmenwerk der Erweiterung. Wenn der Nizza-Vertrag nicht ratifiziert wird, stecken wir in der Krise."
Genau diese Ansicht teilt auch der dänische Ministerpräsident und EU-Ratspräsident Anders Fogh Rasmussen, der vergangene Woche eine "unvorhersehbare und beispiellose Krise" vorhersagte, falls Irland bei seinem Nein bliebe. Nicht nur, dass die Erweiterung damit ins Stocken geriete und womöglich um Jahre verzögert würde - vielmehr gibt es nach seinen Worten nicht einmal einen Ausweichplan.
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