Freitag, 18. Oktober 2002

Dalai Lama traf Heinrich Harrer in Kärnten

  • Kalachakra-Ritual endete am Dienstag in Graz
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Der Dalai Lama - ein höflicher und bescheidener Gast in Graz: Sein Besuch brachte der "Buddha-Stadt" nicht nur Presseberichte in der ganzen Welt. Auch Gastronomen und Hoteliers freuen sich über einen "Rekord-Oktober". Das Kalachakra-Ritual - der religiöse Höhepunkt des Weltbuddhistentreffens - endete am Dienstag mit der Zerstörung des mühsam gestreuten Sand-Mandalas. Nun reiste der Dalai Lama weiter nach Kärnten zu einem Kurzbesuch bei Heinrich Harrer.

Seine Heiligkeit der XIV. Dalai Lama besuchte heute als Abschluss seiner Österreich-Reise seinen Freund Heinrich Harrer in Kärnten. Schauplatz des Treffens war das Harrer-Museum in Hüttenberg (Bezirk St. Veit/Glan) sein, wo der Dalai Lama Harrer nachträglich zu dessen 90. Geburtstag (6. Juli) gratulierte und anschließend den tibetischen Pilgerpfad Lingkor segnete.

Aufruf an alle Buddhisten
Die Buddhisten rief das weltliche und spirituelle Oberhaupt Tibets dazu auf, gleich "Steinen, die ins Meer geworfen werden, in ihrer Umgebung positive Wellen des Mitgefühls und der Liebe zu verbreiten". Einer der Höhepunkte war für den Dalai Lama die Zusammenkunft von Vertretern von fünf Glaubensrichtungen bei einem interreligiösen Treffen am Grazer Schloßberg. "Wir tragen schließlich gegenseitig für einander Verantwortung", meinte er.

"Große Ehre" für Graz
Bürgermeister Alfred Stingl (SPÖ) wies noch einmal auf die große Bedeutung des Weltbuddhistentreffens für Graz hin. "Wir sind uns bewusst, dass es eine große Ehre war, den 14. Dalai Lama zum dritten Mal - dieses Mal gemeinsam mit Gästen aus über 70 Ländern - hier begrüßen zu dürfen", sagte der Bürgermeister. Das tibetische Oberhaupt würdigte er als "eine der größten moralischen Personen der Gegenwart".

Auch Wirtschaft profitierte
Doch nicht allein das Spirituelle bilanzierte positiv. "Wir haben ein leichtes Plus auf dem Konto", meinte Organisator Manfred Klell. Insgesamt kostete die Veranstaltung 3,2 Millionen Euro - 3,3 Millionen wurden eingenommen. Der Gewinn soll Hilfsorganisationen zu Gute kommen.

Die Stadt Graz freut sich über einen "Rekord-Oktober", so der Chef von Graz-Tourismus, Dieter Hardt-Stremayr. Zwar lägen noch keine konkreten Zahlen vor, aber sowohl die Gastronomie als auch das Hotelgewerbe dürften enorm von dem religiösen Treffen profitiert haben. Der Kontakt zwischen den Teilnehmern und der Bevölkerung sei ebenfalls sehr harmonisch verlaufen. "Es waren Gäste, wie man sie sich nur wünschen kann", meinte Hardt-Stremayr.

18.10.2002 15:32