Freitag, 18. Oktober 2002

Explosion in Kölner Hochhaus: 15 Verletzte!

  • Polizei geht von Gasexplosion aus

Eine gewaltige Explosion in einem Wohnhaus in der Kölner Innenstadt hat am Freitag fünf schwer und zehn leichter Verletzte gefordert. Mindestens zwei Personen schwebten am Nachmittag noch in Lebensgefahr. Die Polizei schloss einen terroristischen Hintergrund aus. Er gehe von einer Gasexplosion aus, sagte der Kölner Feuerwehrchef Stephan Neuhoff. Mehrere Menschen erlitten Rauchvergiftungen und einen Schock.

In dem dreistöckigen Haus sollte am Freitag eine Zwangsräumung vollstreckt werden, sagte ein Polizeisprecher. In der betreffenden Wohnung sei es gegen 9.00 Uhr zu der Explosion gekommen, worauf das Feuer ausbrach. Zum Zeitpunkt des Unglücks sei der Gerichtsvollzieher im Haus gewesen. Die Kriminalpolizei ermittelt. Das Haus liegt nahe dem belebten Kölner Neumarkt, der zugleich ein zentraler Verkehrsknotenpunkt ist.

Bei den Ermittlungen soll nach Angaben der Polizei geprüft werden, ob ein Straftatbestand der fahrlässigen oder vorsätzlichen Körperverletzung vorliegt. Die schwer Verletzten wurden in Spezialkliniken gebracht. "Die haben sehr starke Verbrennungen", sagte ein Feuerwehrsprecher. Die leicht Verletzten wurden ambulant behandelt.

Nach der Tragödie spielten sich dramatische Szenen ab: Über eine Drehleiter wurden ein Vater und ein Kind aus dem brennenden Dachgeschoss gerettet. Ein schwer verletzter Mann lief den Einsatzkräften auf der Straße schreiend entgegen. Ein Notarzt sagte: "Die schwer verletzten Personen müssen mitten in einem Feuerball gestanden haben."

Die Feuerwehr konnte den Brand rasch löschen. Das rußgeschwärzte Haus sei zwar schwer beschädigt, aber nicht einsturzgefährdet, hieß es. Durch die Druckwelle gingen zahlreiche Fenster zu Bruch. Der Bereich um den Unglücksort wurde weiträumig abgesperrt. Eine Rettungshundestaffel des Roten Kreuzes sowie rund 70 Feuerwehrleute waren mit 40 Fahrzeugen im Einsatz.

18.10.2002 10:38